Streit um "Sklavengesetz" Ungarische Opposition verlässt Parlamentssitzung

Die erste Sitzung des ungarischen Parlaments im neuen Jahr startet mit einem Eklat. Die Abgeordneten streiten um das sogenannte Sklavengesetz - auch ein Suzuki-Werk spielt dabei eine Rolle.

Ungarisches Parlament
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Aus Protest gegen ein neues Überstundengesetz ist die ungarische Opposition zu Beginn der ersten Sitzung in diesem Jahr demonstrativ aus dem Parlament ausgezogen. Als Parlamentspräsident Laszlo Köver von der Regierungspartei Fidesz Abgeordneten dieser Parteien das Wort erteilte, verließ die jeweilige Fraktion geschlossen den Plenarsaal. "Damit protestieren wir gegen das 'Sklavengesetz'", erklärte der Abgeordnete Laszlo Varju von der linksliberalen Demokratischen Koalition (DK) auf einer anschließenden Pressekonferenz.

Die Regierungsmehrheit hatte das von Kritikern sogenannte Sklavengesetz im vergangenen Dezember unter Tumulten der Opposition im Parlament beschlossen. Es sieht vor, dass die Arbeitgeber von ihren Beschäftigten bis zu 400 statt wie bisher 250 Überstunden im Jahr fordern können. Gegen die neue Regelung waren Tausende Menschen in Budapest und anderen Städten des Landes auf die Straße gegangen.

Kritik an Suzuki-Werk

Der Aktion schlossen sich alle oppositionellen Parteien und Abgeordnete des Parlaments an, von der rechtsradikalen Jobbik (Die Besseren) bis zur linken Ungarischen Sozialistischen Partei (MSZP). Wie die Abgeordneten auf der Pressekonferenz erklärten, wollten sie anschließend dem Suzuki-Werk in Esztergom, 30 Kilometer nördlich von Budapest, einen Besuch abstatten.

Das Tochterunternehmen des japanischen Autobauers will nach Angaben der Abgeordneten nicht nur das neue Überstundengesetz anwenden, sondern verhindere auch, dass die Mitarbeiter eine Gewerkschaft gründen. Eine Sprecherin von Suzuki Ungarn dementierte indes die Behauptung, das Unternehmen wende die neue Überstundenregelung an.

Man habe selbst die bisher möglichen 250 Überstunden im Jahr nicht ausgeschöpft, zitierte sie die staatliche Nachrichtenagentur MTI. Zur Frage der Unterbindung von Gewerkschaftsaktivitäten äußerte sie sich nicht.

tin/dpa



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