Umgang mit Flüchtlingen Frankreichs Außenminister verurteilt Ungarns Grenzzaun

Mit einem Zaun aus Stacheldraht versucht Ungarn, die Flüchtlinge an seiner Grenze zu Serbien aufzuhalten. Jetzt kommt scharfe Kritik aus Frankreich: Das Land respektiere europäische Werte nicht, so Außenminister Fabius.
Migranten kriechen am ungarischen Grenzzaun unter Stacheldraht hindurch: Fabius fordert Abbau

Migranten kriechen am ungarischen Grenzzaun unter Stacheldraht hindurch: Fabius fordert Abbau

Foto: ATTILA KISBENEDEK/ AFP

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hat Ungarns Regierung wegen ihrer Stacheldrahtbarriere an der Grenze zu Serbien scharf kritisiert. Der 175 Kilometer lange Zaun war nach ungarischen Angaben am Samstag fertiggestellt worden, zwei Tage früher als geplant. Ungarns rechts-konservative Regierung erhofft sich von dem Projekt, dass weniger Flüchtlinge als derzeit durch Südosteuropa und Ungarn ziehen. Bis Ende Oktober soll der Zaun noch mit einem bis zu vier Meter hohen Maschendrahtzaun ergänzt werden.

Laurent Fabius sagte dem französischen Sender Europe 1 am Sonntag, der ungarische Zaun respektiere "die gemeinsamen europäischen Werte nicht". "Natürlich" müsse die Barriere wieder abgebaut werden. Die EU müsse mit Regierungschef Victor Orban eine "ernsthafte und strenge Diskussion" darüber führen.

Außenminister Fabius: "Ernsthafte" Diskussion mit Ungarns Premier Orban

Außenminister Fabius: "Ernsthafte" Diskussion mit Ungarns Premier Orban

Foto: Ebrahim Noroozi/ AP/dpa

Fabius wirft Ungarn und anderen osteuropäischen Länder außerdem eine "skandalöse" Haltung vor, weil sie nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen wollen: "Wenn ich eine gewisse Zahl von Ländern sehe, die die Kontingente nicht akzeptieren, finde ich das skandalös."

Die EU-Kommission will eine freiwillige Aufteilung der Flüchtlinge unter allen EU-Mitgliedstaaten erreichen, um die Hauptankunftsländer Italien und Griechenland zu entlasten. Gegen den Plan gibt es erbitterten Widerstand in vielen Ländern, darunter Ungarn, Österreich, Polen, der Slowakei und Slowenien. Gegen den ursprünglichen Plan Brüssels, die Flüchtlinge über eine verbindliche Quote zu verteilen, hatte sich allerdings auch Frankreich gewehrt.

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mbö/AFP/dpa
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