Unicef-Bericht Deutlich mehr Gewalttaten gegen Kinder in Krisengebieten

Unicef spricht von einem "tödlichen Jahrzehnt für Kinder" in Konfliktgebieten - mit einem bitteren Abschlussjahr: 2019 wurden noch einmal deutlich mehr Übergriffe und Attacken auf Minderjährige registriert.
Schulkind im Jemen (Symbolbild): Junge Menschen sind in Kriegsgebieten höchst gefährdet

Schulkind im Jemen (Symbolbild): Junge Menschen sind in Kriegsgebieten höchst gefährdet

Foto: YAHYA ARHAB/EPA-EFE/REX

Von Syrien über Myanmar bis nach Zentralafrika: Die Zahl der in Konfliktgebieten verübten Gewalttaten gegen Kinder ist laut Unicef im vergangenen Jahrzehnt weltweit deutlich gestiegen. Im Jahr 2018 hätten die Vereinten Nationen mehr als 24.000 Gewalttaten in solchen Regionen gegen Minderjährige verzeichnet, teilte das Uno-Kinderhilfswerk am Montag mit.

Darunter seien Tötungen, Verstümmelungen, sexuelle Gewalt und Entführungen gewesen. Die Zahl dieser registrierten Verbrechen sei damit 2018 mehr als zweieinhalb Mal höher gewesen als noch 2010.

Teilweise geht der Anstieg der Zahlen dem Uno-Kinderhilfswerk zufolge zwar darauf zurück, dass die Anstrengungen zur Erfassung solcher Verbrechen in den vergangenen Jahren verstärkt worden sind. Dennoch geht Unicef davon aus, dass auch die tatsächliche Gewalt gegen Kinder deutlich zugenommen hat.

Ein "tödliches Jahrzehnt" für Kinder gehe zu Ende, fasst die Organisation dann auch zusammen. In den vergangenen zehn Jahren haben die Vereinten Nationen insgesamt mehr als 170.000 schwere Gewalttaten gegen Kinder in Krisengebieten registriert. Dies entspreche einer Quote von 45 solcher Taten pro Tag über das vergangene Jahrzehnt hinweg, hieß es in der Mitteilung.

Die Dunkelziffer dürfte noch deutlich höher liegen

Allein im Jahr 2018 wurden den Unicef-Angaben zufolge mehr als 12.000 Tötungen und Verstümmelungen von Kindern in Konfliktgebieten verzeichnet. In diesem Jahr habe die Gewalt gegen Minderjährige in diesen Regionen nicht nachgelassen. In der ersten Jahreshälfte hätten die Vereinten Nationen bereits mehr als 10.000 Gewaltakte gegen Minderjährige in Krisengebieten registriert.

Die Konflikte in der Welt zögen sich immer länger hin und verursachten immer mehr Blutvergießen, wobei die Zahl der minderjährigen Todesopfer wachse, erklärte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Für jede Gewalttat gegen Kinder, die Schlagzeilen und Empörung auslöse, "gebe es viele mehr, über die nicht berichtet wird".

jok/AFP