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20. Februar 2018, 04:01 Uhr

Unicef

In Pakistan stirbt eins von 22 Babys im ersten Monat

Das Uno-Kinderhilfswerk berichtet über die Sterblichkeitsraten bei Neugeborenen: Demnach hat ein Baby in Japan fast 50 Mal so gute Chancen zu überleben wie ein Baby in Pakistan.

Babys in Pakistan, der Zentralafrikanischen Republik und Afghanistan haben nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen die schlechtesten Überlebenschancen weltweit. Das geht aus einem am Dienstag vorgestellten Bericht zur Sterblichkeit bei Neugeborenen hervor. In Pakistan stirbt demnach statistisch gesehen eins von 22 Neugeborenen in seinem ersten Lebensmonat, in der Zentralafrikanischen Republik eins von 24 und in Afghanistan eins von 25. Jährlich sterben in diesem Zeitraum laut Unicef weltweit 2,6 Millionen Babys, eine Million davon am Tag ihrer Geburt.

Acht der zehn Länder, die in dem Unicef-Ranking am schlechtesten abschneiden, liegen in Afrika südlich der Sahara. Darunter sind etwa Somalia, die in Südafrika gelegene Enklave Lesotho sowie die westafrikanischen Staaten Guinea-Bissau, Mali und die Elfenbeinküste. Vor allem Armut und Konflikte führen dazu, dass schwangere Frauen in diesen Ländern deutlich schlechter gesundheitlich versorgt werden als Schwangere in Industrieländern.

Die besten Überlebenschancen haben Babys in Japan, Island, Singapur und Finnland. Deutschland liegt in dem Ranking von 184 Ländern gemeinsam mit Griechenland auf dem zwölften Platz: Dort stirbt statistisch gesehen eins von 435 Babys. In Japan stirbt nur eins von 1111 Babys. Dort hat ein Neugeborenes fast 50 Mal so gute Chancen zu überleben wie ein Baby in Pakistan.

Die Mehrzahl der Todesfälle sei vermeidbar, sagte Unicef-Direktorin Henrietta Fore. Hauptgründe für den Tod von Neugeborenen sind laut Unicef Frühgeburt und Probleme bei der Geburt selbst, Lungen- und Hirnhautentzündungen sowie die umgangssprachlich als Blutvergiftung bekannte Sepsis. Schwangere müssten von ausgebildeten Hebammen betreut werden. Wichtig seien zudem die Verfügbarkeit von Desinfektionsmitteln und sauberem Wasser, Stillen und Hautkontakt unmittelbar nach der Geburt sowie gute Ernährung, heißt es in dem Bericht. "Wir wissen, dass wir die meisten dieser Babys durch erschwingliche und gute Lösungen retten können", sagte Fore.

aar/dpa

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