Atomkonflikt IAEA-Chef dämpft Hoffnung auf Durchbruch bei Iran-Verhandlungen

Glaubt man Teheran, könnte es in den Atomverhandlungen einen Durchbruch geben. Iran habe sich mit der Internationalen Atomenergiebehörde über die Inspektion von Militäranlagen geeinigt. Doch der Chef der Behörde widerspricht den Angaben.
AKW Buschehr: Seit Jahren laufen die Atomverhandlungen mit Iran

AKW Buschehr: Seit Jahren laufen die Atomverhandlungen mit Iran

Foto: Abedin Taherkenareh/ dpa

Unklare Signale im Atom-Poker: Iran und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sind nach Teheraner Angaben bei strittigen Themen vorangekommen. IAEA-Chef Yukiya Amano zufolge steht ein Durchbruch hingegen noch aus.

Amano hatte am Donnerstag in Teheran mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani über die heiklen Themen der Inspektionen von Militäranlagen und der Untersuchung angeblicher früherer Atomwaffenprogramme gesprochen. "Ich glaube, beide Seiten haben nun ein besseres Verständnis, wie es vorwärtsgehen könnte, aber wir haben noch mehr Arbeit vor uns", sagte Amano.

Aus Teheran hieß es, Iran und die IAEA hätten sich über die lange strittige Inspektion von Militäranlagen geeinigt. Nun wollten Experten beider Seiten einen Zeitrahmen für die Überprüfungen festlegen, sagte der Sprecher der iranischen Atomorganisation AEOI, Behrus Kamalwandi, der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. Wie weitreichend die Übereinkunft tatsächlich ist, blieb aber unklar.

Erst Ende Juni hatte das iranische Parlament eine Initiative beschlossen, nach der die Inspektion durch die IAEA verhindert werden sollte. Präsident Rohani schloss die Prüfungen aber weiterhin nicht aus. Diese müssten jedoch vorher mit Iran koordiniert werden, sagte er am Donnerstag. Die IAEA fordert dagegen freien Zugang zu diesen Anlagen.

Frist für Einigung läuft am Dienstag aus

Bei den seit Jahren laufenden Verhandlungen der 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) über das iranische Atomprogramm läuft eine - verlängerte - Frist für eine Einigung am Dienstag aus. Die Verhandlungen finden hinter verschlossenen Türen statt. Die meisten Außenminister der 5+1-Gruppe wollen am Sonntag wieder zum Verhandlungsort in Wien zurückkehren.

Die IAEA wird eine entscheidende Rolle bei der Überwachung eines Abkommens spielen. Als eine der weiteren letzten Hürden gilt die Frage, wie schnell und umfassend die Sanktionen gegen Iran aufgehoben werden. Der Atomstreit schwelt seit 2002.

kev/dpa/Reuters
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