Uno-Bericht Iran und Nordkorea tauschen heimlich Raketentechnologie

Es wäre ein eindeutiger Bruch der gegen Nordkorea verhängten Uno-Sanktionen: Laut einem vertraulichen Uno-Bericht tauschen Nordkorea und Iran regelmäßig Raketentechnologie aus. China tritt demnach offenbar als Transferland auf.

Nordkoreanische Diktator Kim Jong Il: Heimliche Frachtmaschinen aus Iran?
REUTERS/ KCNA

Nordkoreanische Diktator Kim Jong Il: Heimliche Frachtmaschinen aus Iran?


New York - In dem vertraulichen Bericht werden Iran und Nordkorea verdächtigt, "verbotene ballistische raketen-bezogene Gegenstände … auf regelmäßigen Flügen von Air Koryo und Iran Air" transferiert zu haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, der eine Kopie des Berichts vorliegt, den ein Expertengremium der Uno beim Sicherheitsrat eingereicht hat.

Ein Drittland sei bei den Transfers als Zwischenstation aufgetreten. Dabei handle es sich um China, berichtet Reuters unter Bezug auf Diplomatenkreise.

Die Uno hatte gegen Pjöngjang wegen zweier Atomtests 2006 und 2009 eine Reihe von Sanktionen verhängt. Unter anderem der Handel mit Nuklear- oder Raketentechnologie mit Nordkorea verboten.

Iran und Nordkorea hätten für ihre Deals gezielt Fracht-Flughäfen genutzt, an denen laschere Kontrollen herrschten.

In dem Report kamen die Experten laut Reuters zudem zu dem Ergebnis, dass Nordkorea mit seinem Anreicherungsprogramm "vor allem militärische Zwecke" verfolge - und nicht die zivile Nutzung der Atomkraft, wie das Regime geltend macht. Die Autoren fordern Druck auf die Regierung Nordkoreas und eine internationale Kontrolle über die Atomanlagen.

Der Bericht kommt darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass es Sicherheitsprobleme in Nordkoreas Nuklearanlage in Jongbjon gebe. Dort drohe wegen des rücksichtslosen Umgangs mit Nuklearmaterial eine Umweltkatastrophe.

yas/Reuters



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