Folter und Mord Uno sieht Menschenrechte in der Ostukraine bedroht

Entführung, Folter, gezielte Morde - die Uno warnt vor einer "alarmierenden Verschlechterung" der Menschenrechtssituation in der Ostukraine. Russland attackiert das Dokument als politisch abgekartet.

"Selbstverteidigungskräfte" in der Ostukraine: Uno rügt Gewalt
AP/dpa

"Selbstverteidigungskräfte" in der Ostukraine: Uno rügt Gewalt


Kiew - Die Vereinten Nationen haben in einem neuen Bericht zur krisengeschüttelten Ukraine eine "alarmierende Verschlechterung" der Menschenrechtslage besonders im Osten des Landes kritisiert.

Gut organisierte und schwer bewaffnete Gegner der Regierung in Kiew seien in Gewaltexzesse verwickelt, teilte Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay mit. Um die Stadt Slowjansk, wo die sogenannten "Selbstverteidigungskräfte" operieren, sei die Lage besonders bedrohlich.

Der Bericht führt zahlreiche konkrete Beispiele von gezielten Tötungen, Folter und Entführungen auf. Mindestens 83 Sympathisanten der Interimsregierung in Kiew, die während der Maidan-Proteste verschwanden, sind noch immer nicht wieder aufgetaucht.

Auch ausländische und ukrainische Journalisten würden Opfer von Übergriffen. Dutzende seien bedroht und zeitweise entführt oder illegal festgehalten worden, heißt es in dem in Kiew vorgestellten Bericht.

Russland zeigte sich empört über das Dokument und kritisierte es als einseitig und politisch motiviert. "Das vollkommene Fehlen von Objektivität, offenkundige Widersprüche und doppelte Standards lassen keinen Zweifel, dass die Autoren einen politisch abgekarteten Auftrag erledigt haben, um den Namen der selbsternannten Regierung in Kiew reinzuwaschen", erklärte das Außenministerium.

Die Bundesregierung zeigte sich besorgt über die Menschenrechtslage auf der Krim und in der Ostukraine und attackierte Moskau: "Der russische Vorwurf, die Rechte der russischen Minderheit würden verletzt", werde durch einen aktuellen OSZE-Bericht zur Lage auf der Krim nicht unterstützt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

ade/dpa/Reuters/AFP

insgesamt 64 Beiträge
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raveland 16.05.2014
1. schon wieder
Und wieder berichtet SPON über verdrehte Tatsachen. Schon komisch das deren Quellen immer aus der Übergangsregierung vorgehen. Von denen die auf ihr eigenes Volk schießen lassen. Ach ja gestern Nachmittag haben 2 Parteien das Parlament (in der Ukraine) verlassen, da sie mit der Art und Weise der Swaboda und Turtschinow nicht einverstanden sind. (Quellen: Google :-) )
Herr Schäuble 16.05.2014
2. Wo Russland Recht hat, ...
... hat es Recht. Egal wie man Russland im Bürgerkrieg in der Ukraine sieht, haben sie mit dieser Aussage Recht. Die Menschenrechte leiden so massiv im Osten der Ukraine, weil das Militär auf unschuldige Zivilisten zieht und dort Städte besetzt, während die Demonstranten nur zur Waffe greifen, wenn das Militär zu erst schießt. Währenddessen ziehen im Westen der Ukraine SA-Trupps durch die Straßen, rufen "Hängt die Juden!" oder "Ein Land, eine Rasse!" und schlagen russigstämmige Ukrainer zusammen.
LDaniel 16.05.2014
3. Klare Botschaft
Klare Botschaft aus Moskau: Jegliche Kritik ist unerwünscht. Die bösen sitzen ausschließlich in Kiew und wer es wagt, etwas anderes zu sagen lügt und tut dies nur um Russland zu schaden. Und ich wette auch hier werden wieder einige auf diesen Zug aufspringen... .
erik93_de 16.05.2014
4. Foltermord in den USA
Ich hab's vielleicht nicht mitbekommen, aber hat die UNO in Bezug auf die jüngste inhumanen Hinrichtung eigentlich schon die Foltermorde des US-Justizsystems kritisiert? Oh, das ist ja was anderes. Sind ja die amerikanischen Menschen erster Klasse, die so etwas tun, und bei denen ist das in Ordnung.
Teile1977 16.05.2014
5.
Zitat von ravelandUnd wieder berichtet SPON über verdrehte Tatsachen. Schon komisch das deren Quellen immer aus der Übergangsregierung vorgehen. Von denen die auf ihr eigenes Volk schießen lassen. Ach ja gestern Nachmittag haben 2 Parteien das Parlament (in der Ukraine) verlassen, da sie mit der Art und Weise der Swaboda und Turtschinow nicht einverstanden sind. (Quellen: Google :-) )
Nein, das ist diesmal die UNO, und die sind Neutral. Im übrigen wird dort auch nicht Russland kritisiert, sondern einfach nur die Situation beschrieben. Erstens schießen sie auf die bewaffneten Seperatisten, und zweitens sind die auch nicht zimperlich. Die erschossenen Soldaten die in einen Hinterhalt gelockt wurden wurden ja auch von den eigenen Landsleuten umgebracht, oder? Nun, welche Parteien sind das, und wofür stehen sie? Sollten es Fundamentaloffositioneparteien sein dürfte das einfach nur ein Schachzug sein, oder? Im übrigen heißt es doch in Kiew Regieren nur Faschisten, sind (wenn es der eigenen Meinung dienlich ist) etwa auch andere Parteien in der Regierung?
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