Nordkoreas Uno-Botschafter Ausraster vor dem Menschenrechtsrat

Der nordkoreanische Botschafter bei der Uno hat Mitglieder des Menschenrechtsrats in Genf wüst beschimpft. Sie sollten sich um ihren eigenen Kram kümmern, herrschte er sie an.

Gesandter So Se Pyong: Scharfe Töne gegen Uno-Rat
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Gesandter So Se Pyong: Scharfe Töne gegen Uno-Rat


Genf - Der Botschafter Nordkoreas bei der Uno ist während einer Sitzung des Menschenrechtsrats regelrecht ausgerastet. In einer verbalen Attacke forderte er die Mitglieder des Rates auf, sich um ihren eigenen Kram zu kümmern. In der Sitzung ging es um die humanitäre Lage in Nordkorea.

Botschafter So Se Pyong ist Vertreter Nordkoreas bei der Uno in Genf. In der Zusammenkunft am Freitag ging es um beispiellose Verletzungen der Menschenrechte in dem abgeschotteten Land. Diplomat So konterte die Vorwürfe mit Platitüden, wonach Kooperation und Konfrontation niemals zusammengingen.

Das Gremium in Genf stimmte für eine von der Europäischen Union und Japan eingebrachte Resolution, wonach sich der Uno-Sicherheitsrat mit der Situation in Nordkorea befassen soll. Dort soll es dann um die Frage von Sanktionen und der gerichtlichen Verfolgung der Führungselite Nordkoreas gehen. Die Resolution wurde von 30 Nationen angenommen, unter den sechs Gegnern des Beschlusses war auch China.

Der Vorstoß ist Folge eines jüngstenUntersuchungsberichts über die Grausamkeiten in den Straflagern des Landes. Dort sind nach dem Bericht bis zu 120.000 Gefangene Folter, Vergewaltigungen und willkürlichen Tötungen ausgesetzt. Hunderttausende Menschen sind nach Schätzungen der Experten in den Lagern bisher gestorben. Sanktionen sollten in dem bettelarmen Land diejenigen treffen, die für das grausame Vorgehen verantwortlich seien, so die Resolution.

Sicherheitsrat verurteilt Raketentests

Bereits am Donnerstagabend (Ortszeit) hatten sich die Mitglieder des Sicherheitsrates mit Nordkorea befasst. Dabei verurteilten sie die jüngsten nordkoreanischen Raketenstarts. Die Führung in Pjöngjang habe damit gegen Resolutionen des Sicherheitsrates verstoßen, sagte die luxemburgische Uno-Botschafterin und derzeitige Vorsitzende des Gremiums, Sylvie Lucas, am Donnerstag (Ortszeit) nach einer Sondersitzung. Im Sicherheitsrat vereinbart wurde demnach, über eine geeignete Reaktion zu beraten. Nordkorea hatte in den vergangenen Tagen wiederholt Raketen in Richtung offenes Meer abgefeuert.

ler/Reuters/dpa

insgesamt 55 Beiträge
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Seite 1
seoul77 28.03.2014
1. Den Mann...
Zitat von sysopDPADer nordkoreanische Botschafter bei der Uno hat Mitglieder des Menschenrechtsrats in Genf wüst beschimpft. Sie sollten sich um ihren eigenen Kram kümmern, herrschte er sie an. Das Gremium hatte sich mit der Lage in seinem Land beschäftigt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-botschafter-von-nordkorea-beschimpft-menschenrechtsrat-a-961311.html
sollte man dringend zu Psychiater schicken, beziehungsweise zwangseinweisen. Der steht unter dem Druck, dass er für die Beratung so oder so in seinem Reich verwantwortlich gemacht wird. das heißt, er und seine Familie werden ausgelöscht. Das ist Normalität im schattenreich des nordkoreanischen Militärs.
mariameiernrw 28.03.2014
2. Dann bin ich mal gespannt
Ich bin mal gespannt, ob China es zulassen wird, dass der UN-Sicherheitsrat die typischen Segnungen des Kommunismus, d.h. Folter und Arbeitslager, verurteilt.
lab61 28.03.2014
3.
Zitat von sysopDPADer nordkoreanische Botschafter bei der Uno hat Mitglieder des Menschenrechtsrats in Genf wüst beschimpft. Sie sollten sich um ihren eigenen Kram kümmern, herrschte er sie an. Das Gremium hatte sich mit der Lage in seinem Land beschäftigt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-botschafter-von-nordkorea-beschimpft-menschenrechtsrat-a-961311.html
Das ist übrigens eines der (wenigen) Länder, welches Herrn Putin in Sachen Krim-Annexion zur Seite steht. Eine feine Riege, die sich da zusammengefunden hat.
kjartan75 28.03.2014
4.
Es gibt jetzt sicherlich wieder einige Foristen, die meinen, nur weil Kontrageben unabhängiges Denken suggerieren soll und sich selbst als ach so tolle Durchblicker sehen, werden sie dann gleich auf die Situation in Guantanamo verweisen. Gleichzeitig werden sie sagen, dass die USA, Deutschland & Co. doch alles faschistische und diktatorische Systeme sind, daher sollten diese Länder sich mit Kritik zurückhalten. Diese Foristen werden dann versuchen, aus Kim einen Demokraten zu machen, der sein Volk doch nur beschützen will vor dem schlimmen Westen. Na los, fangt an.
reiry01 28.03.2014
5. Haare sind nicht konform
So geht das nicht die Haare sind nicht Regierungskonform.
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