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17. Januar 2016, 09:44 Uhr

Finanzierungslücke

Uno fehlen 15 Milliarden Dollar für humanitäre Hilfe

Die Ausgaben für Hilfslieferungen steigen rapide an, aber den Vereinten Nationen fehlen aktuell 15 Milliarden Dollar. Ein Uno-Ausschuss schlägt zur Finanzierung nun eine Art Solidaritätszuschlag vor - zum Beispiel auf Sporttickets.

Die Zahl der Krisen, Kriege und Naturkatastrophen wächst, 125 Millionen Menschen weltweit sind auf Hilfsgüter angewiesen. Aber das zu Verfügung stehende Geld reicht dem Bericht eines von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon geschaffenen Ausschuss zufolge nicht aus.

40 Milliarden Dollar würden für humanitäre Hilfen gebraucht, sagte die Vize-Vorsitzende des Ausschusses, Kristalina Georgieva, es fehlten derzeit aber rund 15 Milliarden - und die Finanzierungslücke wächst. "Die gute Nachricht ist: Nie war die Welt bedürftigen Menschen gegenüber so großzügig wie heute. Die schlechte Nachricht: Nie war diese Großzügigkeit so unzureichend."

Dem am Sonntag vorgestellten 31-seitigen Bericht zufolge gibt die internationale Gemeinschaft jährlich 25 Milliarden Dollar für humanitäre Hilfen aus - zwölfmal so viel wie im Jahr 2000. Wegen der wachsenden Zahl an Konflikten und Naturkatastrophen steigt auch der Bedarf an Hilfsgütern weiter, heißt es in dem Bericht.

"Wir haben ein exponentiell wachsendes Problem", sagte Georgieva, die auch Vizepräsidentin der EU-Kommission ist. Mit einem weltweiten Bruttoinlandsprodukt von fast 78 Billionen Dollar müsse die Weltgemeinschaft das nötige Geld eigentlich aufbringen können. "In unserer reichen Welt sollte niemand wegen Geldmangels sterben oder seine Ehre zerstört sehen", sagte sie.

Der neunköpfige Ausschuss empfiehlt, längerfristig zu planen, Hilfsorganisationen transparenter zu gestalten und Spenden weltweit zu sammeln, statt sich auf eine kleine Zahl von Gebern zu verlassen.

Zudem schlägt der Ausschuss einen kleinen freiwilligen Solidaritätszuschlag von fünf oder zehn Cent auf Luxusartikel und Dienstleistungen vor, wie etwa auf Eintrittskarten für Sportveranstaltungen, Konzerte oder Unterhaltungsevents. So könnten stabile Einnahmen für humanitäre Projekte generiert werden. Auf eine verpflichtende Abgabe konnte sich der Ausschuss nicht einigen.

Vorbild sollte eine Abgabe auf Flugtickets sein, die ursprünglich von Frankreich vorgeschlagen worden war. Zwischen 2006 und 2011 wurden damit von nur zehn teilnehmenden Ländern 2,3 Milliarden Dollar eingenommen.

Der Bericht fordert außerdem Regierungen reicher Länder dazu auf, einen höheren Beitrag zu leisten. Muslimische Länder, die derzeit besonders von Krieg und Konflikten betroffen sind, sollten für Hilfszahlungen zudem die "islamischen Sozialabgaben" nutzen. Die Zakat, die für viele religiöse Muslime verpflichtende Abgabe, bringe Einnahmen von bis zu 500 Milliarden Dollar jährlich, sagte Georgieva. Würde nur ein Prozent davon für humanitäre Hilfe verwendet, könnte das Finanzierungsloch leicht gestopft werden.

nck/dpa/AP

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