Uno-Generalsekretär Bulgarien tauscht Kandidatin für Ban-Nachfolge aus

Die Personalie hat bereits Streit zwischen Deutschland und Russland ausgelöst: Wer wird Nachfolger von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon? Nun stellt Bulgarien mitten im Verfahren eine neue Kandidatin auf.

Kristalina Georgiewa
AP

Kristalina Georgiewa


Bulgarien hat seine Kandidatin für die Nachfolge von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon ausgetauscht. Unesco-Generalsekretärin Irina Bokowa muss der Vizepräsidentin der EU-Kommission Kristalina Georgiewa weichen, wie der bulgarische Regierungschef Boiko Borissow bekannt gab.

Zuletzt hatte er Bokowa noch die "volle Unterstützung der Regierung" ausgesprochen. Nun hieß es, die Erfolgsaussichten einer Kandidatur Georgiewas würden höher eingeschätzt. Borissow hatte allerdings auch früher schon durchblicken lassen, dass er von Bokowas Kandidatur wenig hielt: Er hätte die Bewerbung Bokowas schon längst zurückgezogen, wenn sie nicht von der Vorgängerregierung aufgestellt worden sei, sagte er Mitte September.

Bokowa hatte in der fünften Wahlrunde für die Nachfolge Bans am Montag lediglich Platz sechs belegt. Favorit für die Ban-Nachfolge ist der frühere Chef des Uno-Flüchtlingshilfswerks, António Guterres. Der ehemalige portugiesische Regierungschef lag bislang in allen Runden vorn. Die nächste Phase der Auswahl beginnt am 5. Oktober, wenn die fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder Kandidaten per Veto aus dem Rennen werfen können.

Russland und Deutschland bezichtigen sich der Lüge

Die Personalie führte auch bereits zu Verstimmungen zwischen Moskau und Berlin. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig der Lüge.

Die russische Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "Spielchen hinter den Kulissen" vorgeworfen, um Russland zu übergehen. So habe die Kanzlerin versucht, Bulgarien dazu zu bewegen, Bokowa durch Georgiewa zu ersetzen. Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, hatte seiner russischen Kollegin daraufhin indirekt vorgeworfen, Unwahrheiten zu verbreiten, während sich Berlin "an die Fakten" halte.

Der Uno-Sicherheitsrat hatte im Juli mit dem mehrstufigen Wahlverfahren für einen neuen Generalsekretär begonnen. Nach mehreren Wahlgängen wird der Sicherheitsrat dann im Oktober der Vollversammlung einen Kandidaten zur Wahl vorschlagen. Bans Mandat läuft am 31. Dezember ab.

cte/AFP



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