Uno-Generalsekretär Südkoreaner Ban ist Favorit für Annan-Nachfolge

Eigentlich sollte das Ergebnis unter Verschluss bleiben, doch dann sickerten die Zahlen doch noch durch: Südkoreas Außenminister Ban Ki Moon hat sich bei einer geheimen Testwahl für die Nachfolge von Uno-Generalsekretär Annan deutlich durchgesetzt.


New York - Erstmals gaben die 15 Mitglieder des Uno-Weltsicherheitsrats in New York den Kandidaten für die Nachfolge von Generalsekretär Kofi Annan ein Zeichen, wie es um ihren Rückhalt in dem Gremium bestellt ist. Zur Wahl standen vier Kandidaten aus Asien, das einer ungeschriebenen Regel zufolge bei der Besetzung des Postens für die nächste Amtszeit an der Reihe ist: Südkoreas Außenminister Ban Ki Moon, Thailands Vize-Ministerpräsident Surakiart Sathirathai, der srilankische Diplomat Jayantha Dhanapala und der aus Indien stammende Uno-Untergeneralsekretär Shashi Tharoor. Die Bundesrepublik hat sich bislang für Tharoor ausgesprochen.

Favorit für den Posten des Uno-Generalsekretärs: Ban Ki Moon
REUTERS

Favorit für den Posten des Uno-Generalsekretärs: Ban Ki Moon

Das Ergebnis der nicht verbindlichen Probeabstimmung sollte eigentlich unter Verschluss bleiben. Die Nachrichtenagentur dpa berichtete jedoch unter Berufung auf diplomatische Kreise, dass der Südkoreaner Ban Ki Moon sich klar durchsetzen konnte. 12 Mitglieder des Weltsicherheitsrates hätten den Kandidaten aus Seoul favorisiert, hieß es demnach. Damit sei aber nicht gesagt, dass Ban tatsächlich am 1. Januar 2007 den höchsten Posten bei den Vereinten Nationen besetzen werde. In der Vergangenheit hatten die schließlich gewählten neuen Generalsekretäre oft erst in letzter Minute kandidiert. Das trifft auch für Annan im Dezember 1996 zu.

"Die einzelnen Kandidaten können nun ihre Schlüsse ziehen", sagte der Uno-Botschafter der USA, John Bolton. Zudem könne nun entschieden werden, ob möglicherweise zusätzliche Kandidaten ins Rennen gehen. Der Sicherheitsrat strebe an, sich bis Anfang Oktober auf einen Kandidaten zu einigen. Gewählt wird Annans Nachfolger von den 192 Mitgliedsländern der Generalversammlung auf Vorschlag des Sicherheitsrats. Annans Mandat läuft Ende des Jahres nach zwei fünfjährigen Amtszeiten aus.

phw/AFP/dpa



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