Rede vor der Uno-Vollversammlung Maas fordert Iran zu Gesprächen mit den USA auf

Vor den Vereinten Nationen hat Außenminister Maas für den Multilateralismus geworben - und US-Präsident Trump indirekt kritisiert. Gleichzeitig setzte er sich für eine Entspannung zwischen den USA und Iran ein.

Heiko Maas vor der Uno-Vollversammlung in New York: "Keine unrealistischen Vorbedingungen"
Johannes Eisele/ AFP

Heiko Maas vor der Uno-Vollversammlung in New York: "Keine unrealistischen Vorbedingungen"


Die Spannungen zwischen Iran und den USA haben in den vergangenen Monaten immer weiter zugenommen - bis hin zur Gefahr eines möglichen Krieges. Bei seiner Rede vor der Uno-Vollversammlung hat sich nun Bundesaußenminister zu dem Konflikt geäußert. Er forderte Iran erneut zu Gesprächen mit den USA ohne Vorbedingungen auf.

"Der einzige Weg in Richtung Entspannung sind Gespräche zwischen den USA und dem Iran", sagte Maas. "Das geht aber nur, wenn keine unrealistischen Vorbedingungen gestellt werden für einen solchen Dialog."

Der iranische Präsident Hassan Rohani hatte zuvor in seiner Rede die Aufhebung der US-Sanktionen zur Bedingung für Gespräche mit US-Präsident Donald Trump gemacht. "Man verhandelt nicht mit einem Feind, der versucht, Iran mit den Waffen des Elends, des Drucks und der Sanktionen in die Knie zu zwingen", sagte er. Trump hatte sich dagegen grundsätzlich bereit gezeigt, mit dem Iran zu sprechen.

Die USA waren im vergangenen Jahr aus dem Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe ausgestiegen, weil es ihnen nicht weit genug gehe. Sie verfolgen seitdem eine Politik des "maximalen Drucks" auf Teheran mit massiven Sanktionen.

Zusammenarbeit sei "kein Verrat am eigenen Land"

Maas kritisierte Trump in seiner Uno-Rede indirekt und sprach sich gegen eine Rückkehr zum Nationalismus aus. "Keine einzige der großen Zukunftsfragen unserer Zeit lässt sich von einem Land alleine lösen", sagte Maas. Etwa beim Kampf gegen den Klimawandel seien nur gemeinsame Antworten möglich. "Zusammenarbeiten, Kompromisse finden, unsere gemeinsamen Regeln und Institutionen verteidigen - das ist es, was wir außenpolitisch unter Nachhaltigkeit verstehen."

Maas bezog damit die Gegenposition zu Trump, der am Dienstag eine Rückbesinnung auf nationale Interessen gefordert und multilateralen Absprachen eine Absage erteilt hatte. Alle Akteure sollten sich für Prävention einsetzen statt Ereignissen immer nur hinterherzurennen, sagte dagegen Maas. Nachhaltig sei nur eine Außenpolitik, "die auf tragfähige Abkommen setzt statt auf schnelle Deals auf Kosten anderer."

Zusammenarbeit sei zudem "kein Verrat am eigenen Land", sagte der Maas. "Sie schafft die Voraussetzung dafür, dass es unseren Ländern gut geht."

vks/dpa/Reuters



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stolte-privat 26.09.2019
1. Wem ging denn das Abkommen mit dem Iran...
...nicht weit genug? Der UNO oder vielleicht doch nur Donald Trump? Die USA haben den Vertrag aufgekündigt und auf Sanktionen gesetzt, die viele Länder auch noch mittragen (die Bundesrepublik auch!!). Jetzt wird dem Iran nahegelegt, das Gespräch zu suchen. Ich verstehe den Sinn dieser Vorgehensweise nicht (außer es geht gezielt um Provokation) und glaube auch nicht an einen Erfolg. Wenn dieser Weg von den Vereinten Nationen weiter gegangen wird, führt das garantiert in neue Konflikte, die unter Umständen sogar in einen Weltkrieg ausarten könnte. Oder sind wir mittlerweile so egoistisch, satt und überzivilisiert, das wir wie im Jahr 1914 es gar nicht mehr erwarten können, das so etwas passiert?
spiegelneuronen 26.09.2019
2. Angefragt und versucht
Mal angefragt: ein Artikel von ca. 11 Uhr hat ein Forum, es existieren Beiträge dazu aber keiner davon ist lesbar. In der damaligen SPAM-Rubrik wäre das ein schlechter Scherz gewesen - was ist das in der Rubrik Politik? - Man wird sehen. BM Maas versucht etwas Unerklärbares in Worte zu fassen: die aktuelle Außenpolitik Deutschlands. Die Kanzlerin trifft sich mit Präsident Rouhani und erklärt, dass er sich besser mit Präsident Trump treffen solle. Im ARD-Interview mit Ingo Zamperoni spricht MB Maas von "Hinweise deuten darauf hin" und meint Iran. - Eine Erwähnung des Angriffskriegs von Saudi Arabien war nicht vernehmbar. INSTEX wird von Maas gelobt und ausdrüklich positiv hervorgehoben. Erstaunlich, wie BM Maas ein wirkungsloses Instrument beurteilt. Offen gesagt, sollte sich auch Deutschland -als Vertragspartner des Atomabkommens- eindeutig positionieren und nicht eigene Worte durch eigenes Handeln ad absurdum führen.
bernteone 26.09.2019
3. Mal ehrlich
was soll dabei rauskommen ? Trump ist kein Anschprechpartner , bestes Beispiel Nordkorea . Alles nur Show , es wird dem Iran nichts bringen und der Don lässt sich feiern . Kann man dem Iran nicht verübeln wenn er sich nicht vor Trumps Karren spannen lässt . Da träumt unser Außenminister mal wieder .
brosswag 26.09.2019
4. Zu beachten
Die Sanktionen der USA gegen Iran ist die Ursache, dass der Iran sich weigert mit Trump zu reden. Diese Sanktionen sind eine unbegründete Vorbedingung die also weggeräumt werden müsste. Wenn Herr Maas das nicht erkennt und wertet ist sein Bemühen zu recht umsonst und halt nur so ein Getue von Friedensbemühung.
sofk 26.09.2019
5. Ehrlich/Herrlich?
Mal ganz ehrlich, Deutschland ist Vertragspartner eines Atomabkommens, das die USA aufgekündigt hat. Was hat seitdem Deutschland geleistet? Nicht viel. Statt die USA wollen Merkel/Maas den Iran sanktionieren. Wie erbärmlich!
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