Uno-Hilfsflüge Lage der Flüchtlinge in Syrien verschlimmert sich

Kälte, Schnee, Hunger: Die Lage von Flüchtlingen in Nordsyrien wird immer schlimmer. Die geplante Uno-Luftbrücke für Hilfslieferungen verzögert sich, der Landweg ist zu gefährlich. Hilfswerke rechnen mit einem besonders harten Winter.

UNHCR-Flüchtlingscamp im Schnee: Besonders harter Winter erwartet
AFP

UNHCR-Flüchtlingscamp im Schnee: Besonders harter Winter erwartet


Kamischli/Istanbul - Die geplante Uno-Aktion für bedürftige Familien im Norden Syriens verzögert sich wegen des schlechten Wetters. Erst 48 Stunden später als geplant kann die Luftbrücke für Hilfsgüter starten. Der Sprecher des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Peter Kessler, sagte, die Behörden in der nordsyrischen Stadt Kamischli hätten wegen des Schneefalls die Landung der Hilfsflüge zunächst abgesagt.

Das UNHCR hatte Anfang der Woche mitgeteilt, es würden erstmals Hilfsgüter per Flugzeug aus dem Nordirak nach Syrien gebracht. 40 Tonnen Hilfsgüter sollen so in die abgelegenen Regionen Kamischli und Hasakah geflogen werden. Seit Mai ist der Nordosten Syriens nur sehr schwer zu erreichen.

Der Transport über die Grenze war eigentlich per Lastwagen geplant, doch die Straße ist derzeit wegen des Konflikts nicht sicher genug. Auch das Welternährungsprogramm und das Uno-Kinderhilfswerk Unicef wollen Hilfsgüter nach Syrien fliegen, darunter besonders isolierte Zelte, zusätzliche Planen und warme Kleidung. Es wird mit einem besonders harten Winter gerechnet.

Das Oppositionsbündnis Syrische Nationale Koalition meldete, in Syrien seien zwei Kinder erfroren. Ein Sprecher sagte, in der umkämpften Großstadt Aleppo sei ein sechs Monate alter Junge in einem zerbombten Haus wegen der Kälte gestorben. Zudem sei ein Kind in der Rebellenhochburg Rastan im Zentrum des Landes erfroren. Seit Mittwoch werden Syrien und der Libanon von einem Wintersturm mit Schneefällen heimgesucht.

Moderater Rebellen-Kommandeur geflohen

Derweil ist der Generalstabschef der prowestlichen Rebellengruppe FSA (Freie Syrische Armee), General Salim Idriss, aus Syrien geflohen. Das berichtet das "Wall Street Journal". Beobachter werteten die Flucht des Top-Militärs als Zeichen der Auflösung der FSA. Washington und London stellten nach der Flucht von Idriss ihre Lieferungen von militärischen Ausrüstungen an die FSA umgehend ein.

Idriss sei geflohen, nachdem Milizionäre der rivalisierenden Islamischen Front sein Hauptquartier im syrischen Grenzort Bab al-Hawa an der Grenze zur Türkei gestürmt hatten, heißt es in dem Bericht, der sich auf nicht namentlich genannte US-Offizielle beruft. Die USA seien über die Entwicklung "schockiert".

Der FSA-Sprecher Luai al-Mokdad wollte telefonisch dazu keine Stellung nehmen. Syrische Oppositionskreise bestätigten aber, dass sich Idriss aus dem Land abgesetzt hat, nachdem Lebensgefahr für ihn bestanden hätte. Bei der gleichzeitigen Erstürmung eines Waffenlagers in der Nähe des FSA-Hauptquartiers hätten Kämpfer der Islamischen Front und der Qaida-nahen al-Nusra-Front "Tonnen von Munition" erbeutet.

vek/AFP/dpa

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ziegenzuechter 12.12.2013
1. die hilfsbemuehungen muessen intensiviert werden
Zitat von sysopAFPKälte, Schnee, Hunger: Die Lage von Flüchtlingen in Nordsyrien wird immer schlimmer. Die geplante Uno-Luftbrücke für Hilfslieferungen verzögert sich, der Landweg ist zu gefährlich. Hilfswerke rechnen mit einem besonders harten Winter. http://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-hilfsfluege-situation-fuer-fluechtlinge-in-syrien-verschaerft-sich-a-938748.html
die fluechtlinge brauchen unsere hilfe und die hilfe der eu. dazu ist es erforderlich, dass sich die eu eingesteht, dass ihre umsturzplaene gescheitert sind und begreift, dass assad nachwievor der einzige ansprechpartner in syrien ist. nur wenn die eu den fehler zuruecknimmt und absofort assad im kampf gegen die islamistischen rebellen unterstuetzt, ist eine effektive hilfe fuer die menschen in syrien moeglich.
RudiLeuchtenbrink 12.12.2013
2. Hilfe an Syrien,
Uno-Hilfsflüge: Situation für Flüchtlinge in Syrien verschärft sich - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-hilfsfluege-situation-fuer-fluechtlinge-in-syrien-verschaerft-sich-a-938748.html)[/QUOTE] das UNHCR muß die Verteilung mit der syrischen Regierung organisieren. Jetzt fliehen also die Guten vor den ganz Guten. Idriss der Starke hat Angst vor seinen Waffenbrüdern im Geiste. Es wird Zeit das das Pack insgesamt das Land verlässt und die Syrer sich wieder selbst versorgen.
klfm01 12.12.2013
3.
Ja, und? Pech für die. Wieso nehmen ihre Muselbrüder die denn nicht auf?
humpalumpa 12.12.2013
4. Wahnsinn!
So ein Artikel macht mich echt sauer! Deutschland alleine hätte genug Kapazitäten, viel mehr Syrische Kriegsflüchtlinge aufzunehmen aber wir hauen das Geld raus für einen Haufen Wirtschaftsflüchtlinge, die sich dann auch noch beschweren, dass der Asylantrag ihnen zu lange dauert! Ich glaub, da ist bei diesen Menschen die Not viel Größer! Es kann doch nicht sein, dass wir erst nur beim Völkermord zusehen und dann nicht mal ordentlich helfen und jetzt dort die Leite erfrieren lassen!
derandersdenkende, 12.12.2013
5. Man kann und muß auch das Schicksal
Zitat von sysopAFPKälte, Schnee, Hunger: Die Lage von Flüchtlingen in Nordsyrien wird immer schlimmer. Die geplante Uno-Luftbrücke für Hilfslieferungen verzögert sich, der Landweg ist zu gefährlich. Hilfswerke rechnen mit einem besonders harten Winter. http://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-hilfsfluege-situation-fuer-fluechtlinge-in-syrien-verschaerft-sich-a-938748.html
der Flüchtlinge beklagen. Man muß aber auch zur Kenntnis nehmen, daß ein gehöriger Anteil am entstandenen Schaden durch die Unterstützer der Terroristen trifft, die dieses Land und seine Bürger zu diesem Chaos verhalfen! Für die Kolateralschäden sind nun die Hilfswerke und die solidarischen Bürger zuständig! Und die Überzeugungstäter werden auch diesmal straffrei ausgehen, leider!
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