Entscheidung Italien und Niederlande teilen sich Sitz im Uno-Sicherheitsrat

Zwei Länder - ein Sitz im Uno-Sicherheitsrat: Italien und die Niederlande teilen sich einen Platz in dem Gremium. Das entschied die Vollversammlung der Vereinten Nationen.

Der niederländische Botschafter Karel van Oosterom (l.), Italiens Botschafter Sebastiano Cardi
DPA

Der niederländische Botschafter Karel van Oosterom (l.), Italiens Botschafter Sebastiano Cardi


Fünf Wahlgänge - und kein Ergebnis: Weder Italien noch die Niederlande hatten in den Abstimmungen über einen Sitz im Uno-Sicherheitsrat die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen erhalten.

Nun votierten 179 der 193 Mitgliedsländer in der Uno-Vollversammlung für den Kompromiss: Italien und die Niederlande teilen sich einen nicht-ständigen Sitz im Sicherheit. Italien soll nun am 1. Januar 2017 Mitglied des einflussreichen Gremiums werden und den Platz ein Jahr später an die Niederlande abgeben.

Eine solche Doppel-Lösung ist bei den Vereinten Nationen selten, aber nicht ohne Vorläufer: Von 1960 an teilten sich Polen und die Türkei einen nicht-ständigen Sitz im Sicherheitsrat.

In dem Gremium wurden in dieser Woche fünf Sitze für jeweils zwei Jahre an nicht-ständige Mitglieder vergeben. Bereits am Dienstag wurden Schweden, Äthiopien, Bolivien und Kasachstan gewählt.

In dem mächtigsten Uno-Gremium sind 15 Staaten vertreten, fünf davon als ständige Mitglieder. Das sind die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien. Sie verfügen als einzige Mitglieder des Gremiums über ein Vetorecht. Die weiteren zehn Mitgliedstaaten werden für jeweils zwei Jahre in den Sicherheitsrat gewählt. Jedes Jahr scheiden am 31. Dezember fünf der nicht-ständigen Mitglieder aus, fünf neue Länder rutschen zum 1. Januar hinein.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte am Montag bekannt gegeben, dass Deutschland sich für einen Sitz im Sicherheitsrat in den Jahren 2019 und 2020 bewirbt. Die Wahlen werden voraussichtlich im Sommer 2018 in der 72. Tagung der Generalversammlung in New York stattfinden. Zuletzt hatte Deutschland 2011/2012 einen Sitz im Sicherheitsrat inne.

heb/AFP

insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
monolithos 01.07.2016
1. Sitzekarussel
Na, dann kann man ja auch mal den Sitz im Wochenturnus weitergeben. Dann kommt jeder mal dran. Hauptsache, die Macht der hochoffiziellen Atombombenbastler wird nicht angetastet.
wolffm 01.07.2016
2. Das sollte Vorbild sein
Das sollte Vorbild sein auch der EU als Ganzes einen Sitz im Sicherheitsrat zu geben, statt Frankreich und UK jeweils Einzelsitze. Der Freiwerdende sollte dann an Indien vergeben werden.
robert-brockmann 01.07.2016
3. Großbritannien gehört nicht mehr in den Sicherheitsrat als ständiges Mitglied
Kann mich nur anschließen. Der ständige Sitz von GB soll an die EU vergeben werden und der französische an Indien. Grund hierfür ist, dass der globale Einfluss von GB nach dem Brexit nicht mehr vorhanden ist. Wenn Frankreich seinen Sitz an Indien abgibt, würde dieses dafür führen, dass wir ein deutliches Zeichen an Russland senden. Das Signal wäre, wie Europäer stehen für einen kooperativen Ausgleich von globalen Interessen.
SichtausChina 01.07.2016
4. wenn GB zerbricht...
...und Schottland sich abspaltet, geht der Sitz dann an Suedafrika oder Brasilien? Jeder Kontinent einer, das waere fair, oder? Von mir auch Indien statt Australien...
Kerze der Freiheit 01.07.2016
5. Nur Demokratien
Nur Demokratien sollten im UN-Sicherheitsrat sitzen, also: Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Schweiz, USA, Kanada und die fünf skandinavischen Länder sowie Australien und Neuseeland.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.