Blauhelme Uno kürzt Etat für Friedensmissionen deutlich

Die Vereinten Nationen setzen den Rotstift bei den Blauhelmen an: Das Budget für die 16 weltweiten Friedensmissionen wird um 600 Millionen Dollar gekürzt. Treibende Kraft hinter der Entscheidung: die USA.

Ein Uno-Soldat
AP/dpa

Ein Uno-Soldat


Der Etat der Uno-Blauhelme wird im kommenden Jahr kleiner ausfallen: Die Vereinten Nationen haben das Budget um 600 Millionen Dollar reduziert. Die Uno-Vollversammlung stimmte am Freitag in New York einem Haushalt von 6,8 Milliarden Dollar ab Juli dieses Jahres bis Juni 2018 zu. In den kommenden Monaten will sie voraussichtlich weitere 500 Millionen Dollar freigeben. Damit fällt das Gesamtbudget von 7,9 auf etwa 7,3 Milliarden Dollar.

Vor allem die USA als größter Beitragszahler bestanden auf Kürzungen. US-Botschafterin Nikki Haley kündigte an, dies sei "erst der Anfang". Die Vereinigten Staaten wollten den Etat zunächst sogar um eine Milliarde Dollar kürzen.

Uno-Generalsekretär António Guterres wollte das Budget für die Friedensmissionen hingegen eigentlich erhöhen - von 7,9 Milliarden auf knapp acht Milliarden Dollar. Ein Uno-Sprecher kündigte an, trotz der deutlichen Kürzungen würden die Vereinten Nationen alles unternehmen, damit die Blauhelme ihre Aufgaben erfüllen könnten.

Blauhelm-Missionen in Haiti, Kongo und Darfur am schwersten betroffen

Der Wert dieser Friedensmissionen sei nicht zu unterschätzen, betonte der Sprecher. Sie seien nach wie vor das "kostengünstigste Instrument" der internationalen Staatengemeinschaft, "um Konflikte zu verhindern und die Bedingungen für einen anhaltenden Frieden zu fördern".

Von den Streichungen am schwersten betroffen sind die Blauhelm-Missionen in Haiti, in der Demokratischen Republik Kongo und in Darfur im Sudan - letztere sind gleichzeitig die kostspieligsten der 16 weltweiten Friedensmissionen.

dop/AFP/dpa

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