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11. März 2017, 08:08 Uhr

Uno-Alarm

In Afrika drohen 20 Millionen Menschen zu verhungern

Uno-Nothilfekoordinator O'Brien hat einen dramatischen Appell an den Weltsicherheitsrat gerichtet: Wenn keine Hilfe kommt, droht im Jemen und in den afrikanischen Staaten Südsudan, Somalia und Nigeria die "größte humanitäre Katastrophe".

Stephen O'Brien hat vor Kurzem die Krisengebiete in vier Ländern besucht: Er war im Jemen, im Südsudan, in Somalia und in Nigeria. Seine Eindrücke schilderte der Uno-Nothilfekoordinator nun vor dem Weltsicherheitsrat - verbunden mit einem dramatischen Appell.

"Menschen werden schlicht und einfach den Hungertod sterben", sagte er laut einer Mitteilung vor den Diplomaten. Es sei ein "kritischer Punkt in der Geschichte der Vereinten Nationen" erreicht. Die Internationale Gemeinschaft stünde vor der "größten humanitären Katastrophe" seit ihrer Gründung im Jahr 1945.

O'Brien bezifferte das Elend in den vier Ländern in Zahlen: Rund 20 Millionen Menschen droht seinen Angaben zufolge dort der Hungertod - sollten sich die Vereinten Nationen nicht zu einer größeren Hilfsaktion entschließen.

"Die Lage für die Menschen in diesen Ländern ist schrecklich, und ohne eine große internationale Reaktion wird sie noch schlimmer", sagte der Brite. "Alle vier Länder haben eine Sache gemeinsam - den Konflikt. Das bedeutet, dass wir (die Uno) die Möglichkeit haben, weiteres Elend und Leiden zu verhindern." Rasche Hilfe und auch finanzielle Hilfe seien nötig, da noch die Gelegenheit bestehe, das Schlimmste zu verhindern.

Um es klar zu machen, so O'Brien, "wir brauchen 4,4 Milliarden Dollar bis Juli". Andernfalls könnten etwa Kinder wegen Unterernährung nicht mehr zur Schule gehen, die Wirtschaft würde Schaden nehmen und Hoffnungen zerschlagen.

Die Menschen in den vier arabischen und afrikanischen Ländern leiden unter Konflikten, heftigen Kämpfen, Terror, aber auch einer schweren Dürre.

kev/AP/dpa

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