Uno-Posse Irak leitet Abrüstungskonferenz


New York - Ungeachtet eines drohenden Angriffs der USA wird der Irak schon Mitte März die Leitung der Abrüstungskonferenz der Vereinten Nationen übernehmen. Eigentlich wäre der Regierung in Bagdad die Präsidentschaft der regelmäßig in Genf tagenden Konferenz nach dem Rotationsprinzip erst für die Sitzungsperiode im Sommer zugefallen, teilte eine Uno-Sprecherin mit. Iraks Nachbarland Iran habe aber auf sein Recht verzichtet, die Frühjahrstagung des Gremiums zu leiten.

Dadurch wird der Irak, das vom Sicherheitsrat in mehreren Resolutionen zur nachweisbaren Abrüstung von Massenvernichtungswaffen aufgefordert worden war, die Uno-Konferenz über Abrüstung in jenem Monat leiten, in dem viele mit dem Beginn der amerikanischen Offensive zum Sturz des Regimes von Saddam Hussein rechnen. Die Regierung in Teheran nannte keine Gründe für ihren Rückzug. Schon in früheren Jahren hatten mehrfach einzelne Länder die Präsidentschaft des Gremiums abgelehnt.

Die Abrüstungskonferenz war auf Initiative von zehn Ländern gegründet worden und ist als multinationale Plattform zur Debatte über die Reduzierung der Rüstung mit verschiedensten Waffengattungen, von Atombomben bis zu Handfeuerwaffen, konzipiert. Ihm gehören inzwischen 66 Länder an, darunter auch Deutschland. Die Konferenz hat sich nach Uno-Angaben seit Jahren nicht auf ein Programm einigen können und hat dadurch nur wenig Einfluss ausgeübt.

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