Prognose für 2019 Uno rechnet mit 132 Millionen Menschen in Not

Viel Geld wird im nächsten Jahr gebraucht, um Menschen in Not zu helfen. Die Vereinten Nationen schätzen den Betrag auf etwa 22 Milliarden Euro. Ein kleiner Teil davon soll an die Nachbarländer von Venezuela gehen.

Flüchtlinge aus Venezuela
AFP

Flüchtlinge aus Venezuela


Konflikte und Naturkatastrophen werden auch im kommenden Jahr für viele Menschen zur existenziellen Bedrohung. Die Vereinten Nationen (Uno) schätzen, dass es im kommenden Jahr etwa 132 Millionen hilfsbedürftige Menschen auf der ganzen Welt geben wird. Um ihnen zu helfen, würden etwa 25 Milliarden Dollar (etwa 22 Millionen Euro) benötigt, hieß es weiter.

Damit liegt der Bedarf etwa auf demselben Niveau wie in diesem Jahr, sagte Uno-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. Fast 94 Millionen der am schwersten Betroffenen wollen die Uno-Organisationen im kommenden Jahr unterstützen, etwa mit Unterkünften, Lebensmitteln, Medizin und Schulen.

Im vergangenen Jahr hatten die Vereinten Nationen die Staaten um 24,9 Milliarden Dollar Geldmittel gebeten. 56 Prozent davon kamen bis Mitte November zusammen, wie aus dem Nothilfebericht der Uno-Organisation für Nothilfe (Ocha) hervorgeht. "Humanitäre Hilfe kann keine langfristigen politischen Lösungen und Entwicklungshilfe ersetzen, auf die Menschen in Not so verzweifelt hoffen", sagte Lowcock.

Gleichzeitig kündigten die Vereinten Nationen an, dass den Nachbarländern von Venezuela 2019 mit rund 738 Millionen Dollar geholfen werden soll. Damit sollen die Folgen der Migrationsbewegung aus dem von Krisen gezeichneten Land abgemildert werden. "Es gibt eine Krise, für die wir einen konkreten Plan haben, indem wir den Nachbarländern von Venezuela helfen, mit der hohen Anzahl der Venezolaner klarzukommen, die ihr Land verlassen", sagte Lowcock.

vks/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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Rao 04.12.2018
1. Viel Geld ...
für die Nachbarländer von Venezuela, weil niemand den Mumm hat, gegen die Verhältnisse in Venezuela selber vorzugehen. Heißt an Symptomen herumzudoktern, statt die Krankheit auszumerzen. Feigheit, oder welches sind die Gründe?
waldschrat_72 04.12.2018
2. Ausgerechnet Venezuela.
Richtig ist: wirtschafts-, kriegs und klimabedingte Migrationsströme werden in Zukunft wohl zunehmen oder zumindest auf heutigen hohem Niveau verbleiben. Aber wenn ausgerechnet eines der potentiell reichsten Länder der Erde (Venezuela verfügt über die mit größten Erdölreserven der Welt) derartige Wirtschaftsmigration produziert, läuft doch auch auf ganz anderen Feldern etwas völlig verkehrt. Und muss gefragt werden, welche Mächte derartige paradoxe Entwicklungen pushen. Und als zweite Frage auch, inwieweit die Welt für jedwedes Mißmanagement anderer Länder in Haftung genommen werden muss.
ruebke 05.12.2018
3. Der Hinterhof Amerika's...
Ohne seinen Willen fällt kein Sperling vom Dach, und ohne US-Beteiligung holt keiner in Nord- oder Südamerika Es aus dem Boden. Maduro ist schuld! Ließe er wieder US-Firmen das Öl fördern, hätte er sofort Frieden und satte Menschen im Land. Im Moment aber werden benötigte Lebensmittel an der Landesgrenze geblockt und umgeleitet.
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