Uno-Resolution Israel soll Belagerung Arafats aufgeben

Der Uno-Sicherheitsrat fordert in einer neuen Nahost-Resolution das Ende der israelischen Belagerung des Hauptquartiers von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat. Auch die USA hatten zuvor im Sicherheitsrat die jüngste Offensive der israelischen Armee scharf kritisiert.


New York - Der Sicherheitsrat stimmte nach einer Marathon-Debatte für ein von europäischen Staaten formuliertes Kompromisspapier, in dem Israel aufgefordert wird, die Belagerung von Arafats Hauptquartier aufzugeben. Die Palästinenser-Behörde wird aufgerufen, die für terroristische Anschläge verantwortlichen Extremisten vor Gericht zu stellen. Die USA enthielten sich bei der Abstimmung der Stimme.

Israelische Truppen hatten nach zwei Selbstmordanschlägen, bei denen sieben Israelis getötet worden waren, das Hauptquartier Arafats umstellt und weitgehend zerstört. Zugleich waren israelische Truppen mit Panzern, Bulldozern und Kampfhubschraubern in Gaza-Stadt eingerückt. Nach palästinensischen Angaben wurden in der Nacht zum Dienstag mindestens neun Menschen getötet und 24 weitere verletzt.

Der amerikanische Uno-Botschafter John Negroponte hatte zuvor eine Resolutionsvorlage der Palästinenser abgelehnt und einen eigenen Entwurf eingebracht. Der Entwurf verlangte von Israel die "sofortige Einstellung aller Aktionen in und um Ramallah" und von beiden Seiten das "Ende aller Gewaltakte, einschließlich aller Terrorakte, Provokationen, Anstiftungen und Zerstörungen". In dem Resolutionsentwurf hieß es weiter, die Zerstörung der palästinensischen Infrastruktur durch Israel "verschärft die Situation weiter und trägt nicht zum Fortschritt der angestrebten Sicherheitsreform".

Im von Syrien eingebrachten palästinensischen Resolutionsentwurf wurde der Abzug der israelischen Armee aus den Palästinenserstädten gefordert und große Sorge über die erneute Besetzung von Arafats Hauptquartier in Ramallah geäußert.



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