Uno-Resolution zum Absturz von MH17 Russland stimmt unabhängiger Untersuchung zu

Erst brachte Russland einen eigenen Vorschlag ein, später stimmte es dem Mehrheitspapier zu: Der Uno-Sicherheitsrat hat eine Resolution zum MH17-Absturz verabschiedet. Darin wird eine "umfassende, tiefgreifende und unabhängige Untersuchung" gefordert.


New York - Der Uno-Sicherheitsrat hat per Resolution eine unabhängige Untersuchung des mutmaßlichen Abschusses einer Passagiermaschine über der Ostukraine gefordert. Alle 15 Mitglieder des Gremiums stimmten dem Papier bei einer kurzfristig einberufenen Sitzung am Montag in New York zu. Dem ursprünglich von Australien eingebrachten Entwurf hatten sich schon vor der Abstimmung zahlreiche weitere Länder angeschlossen. Russland hatte zunächst einen eigenen Resolutionsentwurf eingebracht, dann aber einer gemeinsam überarbeiteten Version des australischen Entwurfs zugestimmt.

Das Papier verurteilt den mutmaßlichen Abschuss des Flugzeugs und spricht den Angehörigen der Opfer Beileid aus. Es verlangt nach einer "umfassenden, tiefgreifenden und unabhängigen Untersuchung" des Absturzes von Flug MH17 über dem Osten der Ukraine, bei der die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO eine "zentrale Rolle" spielen soll. Zudem fordert es sofortigen ungehinderten Zugang für die Experten zur Unglücksstelle.

Derzeit sind schon Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in dem Gebiet. Sie waren die ersten Ausländer, die zeitweise Zugang zum Absturzort erhalten hatten. Ihre Arbeit wurde jedoch von den prorussischen Rebellen behindert. Bis zu 900 Aufständische würden die Rettungskräfte nahe der Ortschaft Hrabowe ständig überwachen und erheblich einschränken, klagte der ukrainische Vizeregierungschef Wladimir Groisman am Sonntag.

Die Suche nach Leichen und Trümmern wurde auf eine Fläche von 34 Quadratkilometer ausgeweitet. Bei dem Absturz von Flug MH17 am vergangenen Donnerstag kamen 298 Menschen ums Leben - offenbar war die Boeing mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen worden. Etwa 250 Opfer sind bisher geborgen worden.

jbe/dpa

insgesamt 15 Beiträge
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kalmero 21.07.2014
1. wer dreimal lügt ...
als Kind hörte ich von meiner Oma die Geschichte von einem Jungen der sich wichtig machen wollte. Irgendwie erinnert mich der Machtbesessene Herr Putin an diesen Jungen. Damals hies es in der Geschichte wer dreimal Lügt dem glaubt man nicht und wenn er auch ... na ja stimmt hier auch nicht weil der Herr Putin immer noch nicht die Wahrheit spricht. Körpersprache sei dank. Lasst euch nicht veräppeln.
gruesenko 21.07.2014
2. Unabhängige Untersuchungen
... wurden bis heute verhindert! Selbst die Resolution kann nichts mehr daran ändern, dass die Spuren zu den Verantwortlichen bereits beseitigt bzw. verwischt wurden. Weitere Sabotage bezüglich unabhängiger Nachforschungen kann trotz Resolution jederzeit wieder eingesetzt werden. Papier ist geduldig, wie das Budapester Memorandum beweist. Putin hat nun mehrfach die Standards zivilisatorischer Prinzipien verletzt. Eine Fußball-WM darf aus diesen Gründen in Russland nicht statt finden!
Revisor 21.07.2014
3. Eine sehr verläßliche Quelle...
Zitat von sysopREUTERSErst brachte Russland einen eigenen Vorschlag ein, später stimmte es dem Mehrheitspapier zu: Der Uno-Sicherheitsrat hat eine Resolution zum MH17-Absturz verabschiedet. Darin wird eine "umfassende, tiefgreifende und unabhängige Untersuchung" gefordert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-resolution-zu-mh17-russland-stimmt-unabhaengiger-untersuchung-zu-a-982206.html
Wieso wird hier zitiert, was ein ukrainisches Regierungsmitglied über angebliche Behinderungen sagt? Brauchen die ausländischen Untersuchungskommissionen einen Vormund? Im russischen Fernsehen traten u.a. Holländer auf, die an die Absturzstelle gekommen waren. Sie sprachen davon, völlig freien Zugang gehabt zu haben. Auch hat Poroschenko erst heute, also vier Tage nach dem Unglück, befohlen, daß in einem Radius von 40 Kilometern keine Armeeangriffe mehr stattfinden. Bis dahin war der Zugang zu der Absturzstelle für Fachleute mit ständiger Lebensgefahr verbunden – durch ukrainischen Beschuß. Und einen Schutz für die ausländischen Spezialisten haben die Ukrainer schon gar nicht zur Verfügung gestellt. Wer hindert also? Und wer ist unglaubwürdig? Weiter hat Rußland nachgewiesen, was schon Augenzeugen vom Boden aus berichteten, daß nämlich ein ukrainisches Militärflugzeug kurz vor dem Abschuß in der Nähe der Boeing flog und danach noch über der Unglücksstelle kreiste, während Kiew jede eigene Flugbewegung zu dieser Zeit und an diesem Ort abstreitet. Die Russen sind bereit, ihre Dokumente unabhängig überprüfen zu lassen. Russische Satellitenaufnahmen zeigen BUK-Geschütze der ukrainischen Armee, die nach dem Unglück plötzlich verschwanden. Wofür brauchten die Ukrainer im Kampfgebiet überhaupt hochreichende Flugabwehr, wo die Separatisten doch gar keine Luftwaffe haben? Und schließlich soll ein amerikanischer Aufklärungssatellit über dem Gebiet gestanden haben. Kerry behauptet ja, klare Beweise für die Involvierung der Separatisten zu besitzen, sogar Bilder vom Raketenstart. Warum veröffentlichen die USA diese nicht, wie das die Russen mit ihrem Material tun?
Hamada 22.07.2014
4. so stimmt das aber nicht
Die beiden Entwürfe im Sicherheitsrat sind bis auf unwesentliche Marginalien identisch. Dann die OSZE hatte freien Zugang zur Absturzstelle, ist aber nicht die Organisation die für die Untersuchung zuständig wäre, weil nicht kompetent. Behindert wurde die OSZE überwiegend von Journalisten die auch den Tatort verunreinigt haben. Die Separatisten haben die Leichen aufgesammelt und in gekühlt, damit die Identifizierung auch gelingt. Übrigens hat man einen wetslichen Journalisten erwischt als er vom Tatort etwas entwendet hat. Tja, passt so nicht in die Mainstreamartikel.
schmidt20140717 22.07.2014
5. Sagen Sie die Wahrheit
Hat der Autor die zahlreichen Pressekonferenzen der Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mitbekommen? Danach wurde ihre Arbeit gerade NICHT von den prorussischen Rebellen behindert. Aber: Die ukrainische Regierung hindert massiv alle Experten - ob aus den NL, Malaysia oder von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO - Kiew zu verlassen und zur Unglücksstelle zu gelangen, indem Kiew keine Sicherheitsgarantien gibt und kein Geleit in das von den Rebellen kontrollierte Gebiet gewährt. Die Experten sollen somit auf ihr eigenes Risiko zum Trümmerfeld fahren. Kiew hat erst 4 Tage nach dem Unglück versprochen, im Umkreis der Unglücksstelle nicht zu schießen (die Tage davor wurde in der Gegend aber heftig gebombt). Es gab eine Pressekonferenz des malaysischen Transportministers, der sich über das Vorgehen Kiews sehr beklagt hat. Seine Experten säßen seit Tagen in Kiew fest und könnten aufgrund der Verzögerungstaktik Kiews nicht weiterfahren. Die Rebellen gewährleisten dagegen 100% Sicherheit allen Experten - dafür wurden sie von den OSZE Leuten ausdrücklich gelobt. Verdrehen Sie nicht die Fakten, lieber Autor.
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