Grenz-Gefechte Uno-Sicherheitsrat berät über Hisbollah-Attacke auf Israel

Die Uno in New York verlangt Aufklärung: Bei einem Schlagabtausch im Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon waren zwei israelische Soldaten und ein spanischer Blauhelm ums Leben gekommen.

Fahrzeug der Unfil-Mission im Südlibanon: Zwischen den Fronten
REUTERS

Fahrzeug der Unfil-Mission im Südlibanon: Zwischen den Fronten


New York - Nach den Gefechten an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Das von Frankreich einberufene Treffen werde noch am Mittwochabend in New York stattfinden, verlautete es aus Diplomatenkreisen am Uno-Sitz. Bei einem Angriff von Hisbollah-Kämpfern waren zuvor zwei israelische Soldaten getötet worden.

Sieben weitere Soldaten wurden israelischen Militärangaben zufolge verletzt, nachdem die schiitische Miliz Raketen und Granaten abfeuerte. Israel reagierte mit Artilleriebeschuss und Luftangriffen auf Ziele im Südlibanon. Bei dem Gegenangriff kam auch ein in der Gegend stationierter Uno-Soldat aus Spanien ums Leben.

Die USA verurteilten den Angriff der Hisbollah und sprachen Israel das Recht auf Selbstverteidigung zu. US-Außenamtssprecherin Jen Psaki ermahnte allerdings "alle Parteien, von Handlungen abzusehen, welche die Situation eskalieren lassen könnten".

Israels Uno-Botschafter Ron Prosor machte derweil in einem Brief an Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon und den Sicherheitsrat deutlich, dass sein Land alle "notwendigen" Maßnahmen ergreifen werde, um sich gegen Attacken der Hisbollah zu verteidigen.

Die Lage an den Nordgrenzen Israels ist sehr angespannt: Die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz gab an, der Überfall sei die Vergeltung für einen israelischen Angriff in Syrien, bei dem in der vergangenen Woche mehrere Hisbollah-Kommandeure getötet wurden. Nur einen Tag vor dem Schlagabtausch mit dem Libanon waren zwei aus Syrien abgefeuerte Raketen im israelisch besetzten Teil der Golanhöhen eingeschlagen.

Am Mittwoch hatte das israelische Militär angefangen, im Grenzgebiet nach möglichen Hisbollah-Tunneln zu suchen. Während des Gaza-Kriegs waren mehrfach Hamas-Kämpfer durch unterirdische Gänge nach Israel eingedrungen und hatten Armeeposten angegriffen. Ähnliche Anschläge fürchtet Israel auch von der Hisbollah entlang der libanesischen Grenze.

loe/afp



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