Vereinte Nationen Saudi-Arabien lehnt Sitz im Sicherheitsrat ab

Saudi-Arabien verzichtet auf seinen Sitz als nichtständiges Mitglied im Uno-Sicherheitsrat. Das Außenministerium in Riad beschuldigte das Gremium der Unfähigkeit und der Doppelmoral. Ein Beispiel dafür sei der Bürgerkrieg in Syrien.

Uno-Sicherheitsrat: Fünf ständige und zehn wechselnde Mitglieder
REUTERS

Uno-Sicherheitsrat: Fünf ständige und zehn wechselnde Mitglieder


New York - Aus Protest gegen die "Machtlosigkeit" des Uno-Sicherheitsrats im Nahen Osten hat Saudi-Arabien seine Wahl in das Gremium abgelehnt. Ihm bliebe keine andere Möglichkeit, als den Sitz abzulehnen, bis der Rat "reformiert worden ist und ihm die Mittel gegeben wurden, seine Aufgaben zu erfüllen und seiner Verantwortung zur Bewahrung des Friedens und der Sicherheit in der Welt gerecht zu werden", erklärte das Außenministerium in Riad am Freitag. Als Beispiel hob das Ministerium den andauernden Bürgerkrieg in Syrien hervor.

Die Tatsache, dass es dem "aktuellen Regime in Syrien erlaubt wird, sein Volk zu morden und es mit Chemiewaffen vor den Augen und mit dem Wissen der Welt zu verbrennen, ohne dass abschreckende Sanktionen verhängt werden, ist ein klarer Beweis der Machtlosigkeit des Sicherheitsrats", hieß es in der Erklärung. Saudi-Arabien unterstützt in dem Konflikt die Rebellen. Das erzkonservative Königreich zeigte sich zuletzt zunehmend frustriert, dass sich der Westen nicht zu einer Intervention in Syrien entschließen konnte.

Saudi-Arabien steht selbst in der Kritik

Das Ministerium verurteilte zudem eine angebliche "Politik der doppelten Standards" des Rates. Als Beispiele nannte Riad den Nahost-Konflikt, für den es seit 65 Jahren keine Lösung gebe, sowie die Unfähigkeit des Sicherheitsrats, den Nahen Osten von Massenvernichtungswaffen zu befreien. Saudi-Arabien ist ein scharfer Kritiker und Gegner Israels, das die einzige informelle Atommacht in der Region ist. Das autoritär regierte Königreich steht wegen seiner Frauen- und Menschenrechtspolitik aber seit langem selbst in der Kritik.

Saudi-Arabien war am Donnerstag erstmals zum nicht-ständigen Mitglied des wichtigsten Uno-Gremiums gewählt worden. Dem Rat gehören neben den fünf ständigen Mitgliedern China, Frankreich, Großbritannien, Russland und den USA jeweils zehn weitere Staaten als Vertreter der verschiedenen Weltregionen an. Von diesen werden jedes Jahr fünf Staaten neu gewählt. Neben Saudi-Arabien wählte die Uno-Vollversammlung den Tschad, Chile, Nigeria und Litauen in den Rat. Sie treten ihr Mandat am 1. Januar 2014 an.

Bei der Uno-Generalversammlung Ende September hatte der saudi-arabische Außenminister Prinz Saud al-Faisal sich zu sprechen geweigert, um gegen die Tatenlosigkeit des Sicherheitsrats in Syrien und den Palästinensergebieten zu protestieren. Laut einem westlichen Diplomaten hat Riad jüngst einen doppelten Rückschlag erlitten: Zum einen griffen die USA nicht militärisch in Syrien ein, und zum anderen konnte der neue iranische Präsident Hassan Rohani mit seiner Charmeoffensive punkten. Iran ist der größte Rivale Saudi-Arabiens in der Region.

ler/AFP/dpa



insgesamt 28 Beiträge
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Ghanima 18.10.2013
1.
Ein Land das massgeblich den internationalen Terrorrismus finanziert, gehört auch gar nicht in den UNSC.
sysiphus-neu 18.10.2013
2. Terroristen raus!
Es wäre ja auch ein Unding, wenn die repressivste Diktatur außerhalb Nordkoreas, der schlimmste Unterstützer, Inspirator und Finanzier des sunnitischen Islamistenterrors und einer der Hauptschuldigen am Krieg gegen Syrien auch noch mit einem Sitz im UNSR belohnt würde. Mit den USA, GB und Frankreich sind dort schon genügend Terrorprovider vertreten. Wer hat diese Steinzeitislamisten überhaupt nominiert und gewählt - oder haben die sich eingekauft?
wodan2000 18.10.2013
3. Die Welt
wird es überleben! Ganz sicher!
juyagar2012 18.10.2013
4. man könnte auch
Zitat von sysopREUTERSSaudi-Arabien verzichtet auf seinen Sitz als nichtständiges Mitglied im Uno-Sicherheitsrat. Das Außenministerium in Riad beschuldigte das Gremium der Unfähigkeit und der Doppelmoral. Ein Beispiel dafür sei der Bürgerkrieg in Syrien. http://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-sicherheitsrat-saudi-arabien-lehnt-sitz-ab-a-928628.html
Al-Qaida mit Friedensnobelpreis ehren.
ghfgfh 18.10.2013
5. Sinn für Humor
Es ist wirklich amüsant, dass sich grade Saudi-Arabien über Doppelmoral beschuldigt. Letztendlich hat es der Welt mit dem Verzicht einen Gefallen getan und dafür bedanke ich mich.
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