Ermittlungsergebnis Uno macht Syrien für Giftgasangriff auf Chan Scheichun verantwortlich

Bei dem Giftgasangriff von Chan Scheichun im April starben mindestens 87 Menschen. Nun kommen Experten der Vereinten Nationen zu dem Schluss: Dahinter steckte das Assad-Regime.
Opfer des Giftgasangriffs in Chan Scheichun

Opfer des Giftgasangriffs in Chan Scheichun

Foto: Syria Civil Defence/ZUMA/DPA

Syrien ist nach Einschätzung von Uno-Experten für den verheerenden Giftgasangriff auf die Stadt Chan Scheichun am 4. April mit mindestens 87 Toten verantwortlich. Das geht aus dem jüngsten Bericht des sogenannten Joint Investigative Mechanism (JIM) hervor. Der JIM ist das gemeinsame Untersuchungsteam der Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) mit Sitz in Den Haag.

Die USA und andere westliche Staaten machen die syrische Luftwaffe seit Monaten für den Angriff mit dem Nervengift Sarin verantwortlich. US-Präsident Donald Trump ließ die syrische Luftwaffenbasis Schairat kurz nach dem Angriff bombardieren. Das syrische Regime von Machthaber Baschar al-Assad hat wiederholt die Schuld von sich gewiesen und wird dabei auch vom verbündeten Russland unterstützt. Russland stellt die Arbeit des JIM seit längerer Zeit grundsätzlich in Frage.

Die Uno-Botschafterin der USA, Nikki Haley, warf Russland vor, Assad schützen zu wollen. "Der heutige Bericht bestätigt, was wir schon lange wissen", sagte Haley. "Die überwältigende Menge an Beweisen in diesem Fall zu ignorieren, belegt eine zielgerichtete Missachtung weit vereinbarter internationaler Normen."

aar/dpa/Reuters