Suizid im Gerichtssaal Angeklagter Ex-General Praljak nahm Zyankali

Mit seinem öffentlichen Suizid löste der bosnisch-kroatische Kriegsverbrecher Slobodan Praljak in seiner Heimat ein politisches Beben aus. Inzwischen haben Tests ergeben, dass er Zyankali im Blut hatte.
Krankenwagen vor dem Internationalen Gerichtshof

Krankenwagen vor dem Internationalen Gerichtshof

Foto: BART MAAT/ AFP

Der bosnisch-kroatische Ex-Militärkommandeur Slobodan Praljak starb durch Zyankali. Das zeigten toxikologische Tests. Weiterhin unklar ist, wie das Gift in den Gerichtssaal gelangen konnte.

Die niederländische Staatsanwaltschaft teilte am Abend mit, dass Praljak an Herzversagen verstarb, ausgelöst durch Zyankali. Praljak hatte am Mittwoch während einer Urteilsbestätigung durch das Uno-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) aus einer kleinen Flasche getrunken und war wenig später gestorben.

"Die vorläufigen Ergebnisse des toxikologischen Tests zeigten, dass Herr Praljak eine Konzentration von Zyankali im Blut hatte", teilte die niederländische Staatsanwaltschaft mit.

Video: Angeklagter Praljak nimmt Gift im Gericht.

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Weiterhin rätseln die Ermittler, wie Praljak an die Chemikalie kommen konnte und wie er das Giftfläschchen trotz der strengen Sicherheitsauflagen in das Gericht schmuggeln konnte.

Praljak hatte am Mittwoch zunächst lautstark protestiert, als das Uno-Tribunal in Den Haag in dem Berufungsverfahren die20-jährige Haftstrafe gegen ihn bestätigte. Dann zückte er ein braunes Fläschchen und trank es aus. Wenig später starb er im Krankenhaus. Der öffentliche Suizid löste in Kroatien ein politisches Beben aus.

brt/AFP
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