Uno-Tribunal Kosovos Ex-Premier beteuert seine Unschuld

Der wegen Kriegsverbrechen angeklagte ehemalige Ministerpräsident des Kosovos, Ramush Haradinaj, hat sich vor dem Uno-Tribunal in Den Haag als nicht schuldig bezeichnet. Ihm wird Mord, Vergewaltigung und Deportation serbischer Zivilisten während seiner Zeit als Rebellenführer 1998 und 1999 vorgeworfen.


Haradinaj in Den Haag: Kosovare plädiert auf nicht schuldig
REUTERS

Haradinaj in Den Haag: Kosovare plädiert auf nicht schuldig

Den Haag - Insgesamt muss er sich in 17 Fällen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und in 20 Fällen wegen Verletzungen des Kriegsrechts vor dem Gericht in Den Haag verantworten. Bei seinem ersten Erscheinen vor den Richtern wies der frühere Anführer der Kosovo-Befreiungsarmee UCK am Morgen alle Anklagepunkte zurück. Haradinajs Anwalt will einen Antrag auf Haftverschonung stellen.

Der 36-jährige Haradinaj hatte sich dem Tribunal am vergangenen Mittwoch selbst gestellt und wurde in Untersuchungshaft genommen. Er soll als Kommandeur der früheren kosovo-albanischen Guerilla UCK von März bis September 1998 im westlichen Teil des Kosovos schwere Verbrechen an Zivilisten begangen haben. Zu den 37 Anklagepunkten gehören Mord, Vertreibung, Folter und Vergewaltigung. Die Opfer seien die serbische Bevölkerungsminderheit, aber auch Roma gewesen, die vertrieben werden sollten. Zurückgebliebene sowie angebliche Kollaborateure wurden umgebracht, heißt es in der Anklage.

Haradinaj wurde im Dezember zum Ministerpräsidenten der noch immer unter Uno-Verwaltung stehenden Provinz Kosovo gewählt und wollte sich für deren staatliche Unabhängigkeit einsetzen. Der Uno galt er zuletzt trotz der Vorwürfe als zuverlässiger und einflussreicher Partner. Nach Vorlage der Anklage aus Den Haag trat er jedoch zurück. Mit Haradinaj angeklagt sind der ihm damals direkt unterstellte Anführer der Einheit "Schwarze Adler", Idriz Balaj, sowie Lahi Brahimaj, ein weiterer UCK-Kommandeur. Auch sie bezeichneten sich als unschuldig.

Heute reiste zudem ein wegen Kriegsverbrechen angeklagter bosnischer Serbe freiwillig nach Den Haag. Der frühere Offizier der bosnisch-serbischen Militärpolizei, Gojko Jankovic, wollte sich ebenfalls dem Uno-Tribunal stellen.



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