Uno-Menschenrechtsbüro Ungarn verweigerte Flüchtlingen in 21 Fällen Nahrung

Bis zu fünf Tage enthielten ungarische Behörden Flüchtlingen in einer Transitzone das Essen vor. Eigentlich hätte Budapest die rechtswidrige Praxis längst einstellen müssen. Sie dauere aber an, kritisiert die Uno.

Container-Lager in Röszke an der ungarisch-serbischen Grenze (Archivbild)
DPA

Container-Lager in Röszke an der ungarisch-serbischen Grenze (Archivbild)


Im Sommer 2018 löste die Meldung, Ungarn verweigere Asylbewerbern die Verpflegung, im Land und international Empörung aus. Jetzt meldet die Uno, dass die umstrittene Praxis, die eigentlich beendet sein sollte, offenbar mindestens bis April fortgeführt wurde.

Das Uno-Menschenrechtsbüro teilte mit, mit der Verweigerung von Nahrungsmitteln verstoße das EU-Land gegen internationale Gesetze und Standards. Seit August hätten mindestens 21 Menschen in Abschiebezonen teils bis zu fünf Tage kein Essen bekommen.

Die Behörden stellten den Menschen frei, die Zonen zu verlassen - allerdings würden sie sich dann entweder illegal in Ungarn aufhalten oder illegal auf serbisches Territorium gelangen. "Das ist keine Lösung", sagte Sprecherin Ravina Shamdasani. Man verurteile die Misshandlung von Migranten in Ungarn. Das Land habe nach einer Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zudem versprochen, die Praxis zu beenden, hieß es weiter.

Zuletzt ordnete das Gericht im März an, dass eine Mutter mit drei minderjährigen Kindern in der Transitzone Nahrung erhalten müsse. Zu dem Zeitpunkt waren acht Fälle bekannt, in denen Migranten Essen vorenthalten worden war. Aktuelle Berichte deuteten nun laut Uno darauf hin, dass es noch weitaus mehr Fälle gegeben hat und dass die Praxis andauert. Der jüngste Fall stammt demnach aus dem April.

cht/dpa



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