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Flucht nach Italien: Hoffnung auf ein besseres Leben

Foto: Daniele La Monaca/ AP

Unruhen in Arabien Italien fürchtet neuen Flüchtlingsansturm

Die Unruhen in Nordafrika haben nun auch direkte Auswirkungen auf Europa. Tausende Flüchtlinge kamen in den vergangenen Tagen über das Meer nach Italien - und die Behörden erwarten, dass noch viele folgen werden. Die Küstenwache macht am Horizont ständig neue Boote aus.  

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Lampedusa - Es sind schon mindestens 3000 Menschen. In kleinen Booten haben sie in den vergangenen Tagen die Fahrt über das nach gewagt - die meisten von ihnen kommen aus . 150 Kilometer liegen zwischen dem Staat in Nordafrika und der Insel Lampedusa. Und die Behörden rechnen angesichts der ruhigen See in den kommenden Tagen mit einem weiteren Ansturm von Flüchtlingen. Zahlreiche weitere Boote seien bereits am Horizont gesichtet worden.

Das Kabinett in Rom erklärte am Samstag den humanitären Notstand. Schiffe und Flugzeuge der italienischen Küstenwache überwachten das Meer auf der Suche nach weiteren Booten von Menschenschmugglern.

Europäische Union

Die italienische Regierung fürchtet gar, das die Situation außer Kontrolle gerät - und bittet die um Unterstützung. Brüssel solle "umgehend" Einheiten der EU-Grenzschutzagentur Frontex nach Tunesien schicken und diese entlang der Küste patrouillieren lassen, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums in Rom. Flüchtlinge gaben gegenüber den italienischen Behörden an, dass in den tunesischen Häfen überhaupt keine Kontrollen mehr stattfänden.

Inzwischen hat es mindestens ein Todesopfer unter den Migranten gegeben. Die amtliche tunesische Nachrichtenagentur TAP meldet, dass ein Flüchtling starb, als ein mit zwölf Personen besetztes Boot vor der tunesischen Küste sank. Ein weiterer Flüchtling gelte als vermisst.

Regierung fürchtet Terroristen

Diejenigen, die es nach Italien schaffen, werden auf Lampedusa versorgt und medizinisch untersucht. Mit Schiffen und Flugzeugen werden sie dann in Aufnahmelager auf Sizilien oder auf dem italienischen Festland gebracht.

Aus Sorge darüber, dass sich unter den Flüchtlingen Terroristen oder gewöhnliche Kriminelle befinden könnten, fing die Regierung damit an, die Menschen mit Fähren und Flugzeugen in ein Abschiebelager nach Sizilien zu bringen.

Die Erklärung des humanitären Notstands erlaube es der Zivilschutzbehörde, bei der Umsetzung der "notwendigen Maßnahmen zur Kontrolle des Phänomens" zu helfen, teilte das Büro von Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit. Welche Maßnahmen genau damit gemeint sind, wurde nicht erklärt.

Vor einem Monat hatten in Tunesien Tausende Demonstranten den Abgang des autoritären Herrschers Zine el-Abidine Ben Ali gefeiert. Dessen Sturz gilt als Ausgangspunkt für die Proteste in Ägypten und zahlreichen anderen Staaten der arabischen Welt.

ler/dapd