Unruhen in Israel Schlichtungsgespräche in Paris

Ungeachtet der internationalen Vermittlungsbemühungen zwischen Israelis und Palästinensern dauern die Unruhen in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten an. Auf einem Gipfeltreffen in Paris soll der Konflikt beigelegt werden.


Gipfeltreffen in Paris: Jassir Arafat und Jacques Chirac
AP

Gipfeltreffen in Paris: Jassir Arafat und Jacques Chirac

Jerusalem/Paris - Am frühen Morgen traf Palästinenserpräsident Jassir Arafat in Paris ein und fuhr sofort zum französischen Präsidenten Jacques Chirac. Das Staatsoberhaupt Frankreichs hatte zuvor seine Hilfe bei der Vermittlung angeboten. Israels Ministerpräsident Ehud Barak wird für den Vormittag in Paris erwartet. In der US-Botschaft soll Barak mit der amerikanischen Außenministerin Madeleine Albright zusammentreffen und ebenfalls über die jüngsten Ausschreitungen beraten. Ein direktes Gespräch zwischen Arafat und Barak ist zunächst nicht geplant. Barak fährt nach der Konferenz mit Albright in den Elysée-Palast zu Chirac, und Arafat begibt sich in die amerikanische Botschaft. Allenfalls nach dieser zweiten Runde könnte es ein gemeinsames Gespräch aller Spitzenpolitiker geben.

Die israelische Opposition kritisierte die Reise Baraks nach Paris am Mittwoch als "Gang nach Canossa". Es könne nicht angehen, dass er sich durch palästinensische Gewalt an den Verhandlungstisch zwingen lasse, sagte Danny Naveh von der rechtsorientierten Likud-Partei.

Am Mittwoch gab es bei den Ausschreitungen erneut Tote
REUTERS

Am Mittwoch gab es bei den Ausschreitungen erneut Tote

In den palästinensischen Autonomiegebieten kam es auch am Mittwoch zu neuer Gewalt. Im Westjordanland starben zwei Palästinenser bei Feuergefechten mit der israelischen Armee. Ein dritter Demonstrant starb in der Nacht im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Damit wurden seit Ausbruch der Unruhen am vergangenen Freitag mehr als 60 Menschen getötet und weit über 1000 verletzt.



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