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Libyen: Massenflucht aus dem Krisengebiet

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Unruhen in Libyen Transall-Maschinen fliegen 133 Europäer aus

Die spektakuläre Aktion wurde unter strengster Geheimhaltung vorbereitet: Die Bundeswehr hat 133 EU-Bürger aus Libyen ausgeflogen, unter den Passagieren sind auch rund 50 Deutsche. Zwei Transall-Maschinen hoben von einem Flughafen in der Nähe eines Ölfeldes im Südosten ab.

Libyen

Die Transall-Maschinen, die die Ausländer am Samstagnachmittag aus evakuierten, waren von der Bundeswehr zuvor nach Kreta verlegt worden. Die Vorbereitungen der Operation liefen in den vergangen Tagen streng geheim an. Mehrere Fallschirmjäger-Einheiten wurden Ende der Woche aus Deutschland auf die griechische Urlauberinsel geflogen. Von dort starteten die beiden Transportmaschinen dann in Richtung Libyen.

Insgesamt wurden 133 EU-Bürger ausgeflogen, 50 von ihnen sind Deutsche. Sie wurden von der Ölbasis Al-Nafoura im Südosten des Landes abgeholt. Dort landete am Nachmittag auch eine britische Militärmaschine, die an der Evakuierungs-Operation teilnahm.

Karl-Theodor zu Guttenberg

Zuvor hatte Verteidigungsminister die wichtigsten Regierungsmitglieder von den Plänen, die vor allem sein Generalinspekteur Volker Wieker ausgearbeitet hatte, informiert und grünes Licht für die durchaus gewagte Mission bekommen.

Guttenberg hatte SPIEGEL ONLINE am Freitag gebeten, aus Sicherheitsgründen nicht vorab über die Operation in Libyen zu berichten, um die Mission nicht zu gefährden. Die eingesetzten Einheiten waren bei der Operation auf mögliche Schwierigkeiten vorbereitet. Mit den Seedorfer Fallschirmjägern wählte die Bundeswehr eine durch den Afghanistan-Einsatz sehr erfahrene Einheit. Sie ist ähnlich wie das Kommando Spezialkräfte (KSK) für verdeckte Operationen hinter den feindlichen Linien ausgebildet.

Guttenberg und Westerwelle erleichtert

Guttenberg zeigte sich erleichtert über die sichere Evakuierung der Deutschen. Den ganzen Tag hatte sich der Minister per Telefon über die Operation auf dem Laufenden halten lassen. Am Abend kam dann die Nachricht über den Erfolg. "Die Truppe hat hochprofessionell gearbeitet bei dieser heiklen Mission", sagte Guttenberg SPIEGEL ONLINE. "Ich bin froh, dass wir die Deutschen aus der gefährlichen Lage in Libyen ausfliegen konnten und sie nun wieder nach Hause kommen können."

Auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich erfreut. "Ich bin sehr erleichtert, dass diese Evakuierungsaktion geglückt ist", sagte er. "Ich danke allen, die an der Planung und Durchführung der Maßnahme beteiligt waren. Insbesondere danke ich den Angehörigen der Bundeswehr für ihren beherzten Einsatz."

Insgesamt sind noch rund 50 Deutsche in Tripolis, weitere 50 halten sich in anderen Teilen des Landes auf. Die Bundeswehr hält für die kommenden Tage die beiden Transall-Maschinen weiter auf Kreta bereit, um sie für mögliche weitere Rettungsmissionen einzusetzen.

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