Unruhen in Nigeria Menschenrechtler berichten von über 500 Toten

Die Gewalt nach der Wiederwahl des nigerianischen Präsidenten nimmt kein Ende: Bei den Unruhen sind einer Menschenrechtsorganisation zufolge bislang mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen.


Kano - Bei den Unruhen nach der Wiederwahl des nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan sind nach neuesten Angaben einer örtlichen Menschenrechtsorganisation mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. So viele Todesopfer habe es allein am Montag und am Dienstag in den drei Städten Zonkwa, Kafanchan und Zangon Kataf gegeben, erklärte Shehu Sani vom nigerianischen Bürgerrechtskongress CRC am Sonntag.

Die drei Städte liegen im südlichen Teil des Bundesstaates Kaduna, der von den Unruhen besonders betroffen war. "Die Opfer wurden eingekreist, angegriffen und zu Tode gehackt, ihre Häuser wurden angezündet", sagte CRC-Präsident Sani unter Berufung auf Aussagen von Mitgliedern aus den Gebieten. Auch Kirchen, Moscheen und Geschäfte seien angezündet worden.

Offizielle Zahlen zu den bei den Unruhen getöteten Menschen gibt es nicht. Das Rote Kreuz sprach von zahlreichen Toten und etwa 74.000 Flüchtlingen.

Die Ausschreitungen im muslimisch geprägten Norden hatten nach der Wiederwahl des christlichen Präsidenten Goodluck Jonathan begonnen. Anhänger des Herausforderers Muhammadu Buhari wollen das Ergebnis nicht anerkennen. Amtsinhaber Jonathan hatte vor allem im christlich geprägten Süden des Landes gut abgeschnitten, Buharis Wähler kamen dagegen vor allem aus dem Norden - zwischen beiden Teilen des Landes gibt es seit Jahrzehnten Spannungen.

Jonathan hatte die Abstimmung mit 57 Prozent der Stimmen gewonnen. Obwohl der Ablauf der Wahl von EU-Beobachtern als deutlich fairer und freier als frühere Abstimmungen in Nigeria eingeschätzt wurde, eskalierte die Situation vor allem im Norden.

can/AFP/Reuters



insgesamt 13 Beiträge
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pong89 24.04.2011
1. Betrunken?
Die Gewalt nach der Wiederwahl des nigerianischen Wiederwahl nimmt kein Ende
mm01 24.04.2011
2. und...
Zitat von sysopDie Gewalt nach der Wiederwahl des nigerianischen Wiederwahl nimmt kein Ende:*Bei den Unruhen*sind einer Menschenrechtsorganisation zufolge bislang mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,758863,00.html
ich wage kaum zu vermuten, welcher Glaubensrichtung die Opfer bzw. die Täter angehörten.
sidthesloth 25.04.2011
3. Wiederwahl wiedergewählt?
hm, wenn die Wiederwahl einer Wiederwahl so dramatische folgen hat, sollte man sowas in Europa nicht einführen.. und wer hat jetzt wen zerhackt? Die Moslems Christen? Ist jetzt die brutale Auslegung des Islam schuld? Oder die christliche Missionierung, die überhaupt erst diese Unterschiede geschaffen hat? Jedenfalls scheinen immer nur einige wenige Agitatoren die gewaltbereiten Scharen anzustacheln. Ich für meinen Teil halte Religion für überholt und die Menschen sollten sie langsam ablegen. Wenn ich mir wieder dieses liturgische Theater zu Ostern ansehe, fühl' ich mich wie im Mittelalter.. sid
ruelfig, 25.04.2011
4. Die Wiederwahl der Wiederwahl
Zitat von sysopDie Gewalt nach der Wiederwahl des nigerianischen Wiederwahl nimmt kein Ende:*Bei den Unruhen*sind einer Menschenrechtsorganisation zufolge bislang mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,758863,00.html
Da liegt die Schuld natürlich wieder verteilt auf vielen Schultern, wenn die Wiederwahl wieder gewählt wird. Die sind nun mal so, wer wollte ihnen ihnen fremde Lebensformen aufzwingen? Die einen freuen sich und fackeln ab, die anderen ärgern sich und fackeln ab, das sind uns fremde Kulturen, die wir kennenlernen müssen. Wir sollten uns da raus halten, schließlich haben wir den arabischen Händlern 400 Jahre lang Sklaven abgekauft und sind darum für immer verdammt dazu, an jeder Schuld zu tragen. Wir sollten nicht versuchen, jedem Volk unser System aufzudrängen, das wäre rassistisch und zutiefst undemokratisch. Sollen die das doch unter sich ausschießen. "Nichts Besseres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen, als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, wenn hinten weit, in der Türkei, die Völker aufeinander schlagen." Goethe, Faust eins
bienenstecher 25.04.2011
5. Hallo?
Interessant ist doch, wie klein diese Meldung bei der Spon gehalten wird: Liegt es daran, dass die Meldung aus Schwarzafrika kommt und somit aus dem Nichts auftaucht oder liegt es daran, dass diese Meldung politisch nicht korrekt ist?
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