Untersuchungsbericht Obamas Team feilschte nicht mit "Blago"

Der Untersuchungsbericht von Obamas Team spricht für den designierten US-Präsidenten: Demnach haben weder er noch seine Mitarbeiter versucht, mit dem unter Korruptionsverdacht stehenden Gouverneur Rod Blagojevich über den frei werdenden Senatssitz zu verhandeln.


Washington - Für Barack Obama steht viel auf dem Spiel. Das Ergebnis einer internen Untersuchung seines Teams bestätigt jetzt, dass einer seiner Mitarbeiter mit dem umstrittenen Gouverneur Rod Blagojevich zwar Kontakt hatte - aber nicht so wie vermutet. Demnach soll Obamas künftiger Stabschef, Rahm Emanuel, mit "Blago" wegen der Nachfolge des frei werdenden Senatssitz telefoniert haben, es gebe an dem Gespräch jedoch nichts zu beanstanden, hieß es in dem Bericht.

Rahm Emanuel: Kontakt zu "Blago" ohne Beanstandung
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Rahm Emanuel: Kontakt zu "Blago" ohne Beanstandung

Der gewählte US-Präsident selbst hat nach Angaben seines Übergangsteams keine Kontakte zu dem Gouverneur des Bundesstaates Illinois wegen der Neubesetzung seines Senatsplatzes gehabt.

Staatsanwälte hatten bereits zuvor erklärt, dass Obama im Zuge der Korruptionsermittlungen gegen Blagojevich nicht als Verdächtiger gilt. Obama selbst hatte mehrfach betont, er habe mit dem Fall nichts zu tun.

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Obamas Team: Die neue Mannschaft
Dem 52-jährigen Blagojevich wird unter anderem vorgeworfen, er habe den frei werdenden Senatssitz Obamas meistbietend verkaufen wollen. Der Gouverneur wurde daraufhin festgenommen, kam aber wenig später wieder auf Kaution frei. Er selbst bestreitet jegliche Schuld und lehnt Rücktrittsforderungen kategorisch ab, allerdings droht ihm ein Amtsenthebungsverfahren.

Die US-Bundespolizei FBI hatte eindeutige Telefongespräche des Gouverneurs abgehört und sieht seine Schuld daher als erwiesen an.

"Blago" sprach "Ich werde kämpfen, ich werde kämpfen, ich werde kämpfen, bis zu meinem letzten Atemzug."

jjc/AP/dpa



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