Urananreicherung Paris verliert die Geduld mit Iran

Ungeachtet der noch laufenden Atomgespräche mit der EU will Iran die Aufarbeitung von Uran wieder aufnehmen. Doch mittlerweile verliert Frankreichs Präsident Chirac die Geduld mit dem Mullah-Regime.


Scharon und Chirac (heute in Paris): "... diese Frage muss von den Weltsicherheitsrat"
AP

Scharon und Chirac (heute in Paris): "... diese Frage muss von den Weltsicherheitsrat"

Paris/Teheran - Sollte Iran bei seinem umstrittenen Atomprogramm nicht einlenken will Jacques Chriac den Uno-Sicherheitsrat einschalten. Ziel sei es, von Teheran "handfeste Garantien" für eine Einstellung der Urananreicherung zu erhalten, erklärte Chirac nach Angaben eines Präsidialsprechers heute in Paris im Gespräch mit dem israelischen Regierungschef Ariel Scharon. "Wenn das nicht der Fall ist, müsste diese Frage von den Weltsicherheitsrat gebracht werden", sagte der Staatspräsident.

Chirac sagte Scharon, die USA und Russland seien über den Verhandlungsverlauf informiert. Scharon lobte nach den Angaben des Sprechers die Bemühungen der EU-Troika Frankreich, Deutschland und Großbritannien, Teheran von seiner Atompolitik abzubringen.

Zuvor hatte der scheidende iranische Präsident Mohammed Chatami erklärt, Teheran werde unabhängig von dem Angebot der EU gewisse umstrittene Teile seines Programm wieder aufnehmen. Was immer die laufenden Verhandlungen auch ergäben, die Regierung in Teheran habe die Fortsetzung der Aufarbeitung bereits beschlossen. Der Chef der iranischen Atomenergieorganisation, Gholamresa Aghasadeh, betonte, Europa solle nicht erwarten, dass Iran immer nur einseitige Schritte vollziehe.

Chatami wird am 6. August vom neu gewählten Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad abgelöst. Dieser hat der Herstellung von Atomwaffen eindeutig abgeschworen, aber zugleich betont, Iran werde sich bei seinen Plänen zur Nutzung der Kernenergie nicht vom Westen unter Druck setzen lassen.



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