Uranstreit Iran lehnt russischen Kompromiss ab

Im Streit zwischen Iran und dem Westen ist weit und breit keine Lösung in Sicht. Iran besteht weiter auf Urananreicherung im eigenen Land. Jetzt lehnte das Regime in Teheran auch den Kompromissvorschlag Russlands ab.


Teheran - Es sei "klar, dass wir alle Vorschläge und Pläne positiv aufnehmen, die das Recht der Islamischen Republik auf Urananreicherung auf eigenem Boden anerkennen", sagte der iranische Außenamtssprecher Hamid Resa Asefi heute in Teheran. Wenn dieses Recht anerkannt werde, werde Teheran in die Pläne einwilligen, wenn nicht, würden sie abgelehnt.

Moskau hatte gestern sein Angebot erneuert, Iran in Russland in einer gemeinsamen Anlage Uran anreichern zu lassen. Die russische Botschaft in Teheran habe gestern den iranischen Behörden eine entsprechende Mitteilung zukommen lassen, erklärte das russische Außenministerium. Es handele sich um Russlands Beitrag zur Suche nach einer für alle Seiten akzeptablen Lösung des Atomstreits auf politischem und diplomatischem Wege.

Ein EU-Verhandlungstrio aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatte die Atomverhandlungen mit Teheran im August unterbrochen, nachdem Teheran die Uran-Konversion wieder aufgenommen hatte. Die Konversion ist eine Vorstufe der Uran-Anreicherung. Angereichertes Uran kann sowohl für zivile Zwecke in Atomkraftwerken als auch beim Bau von Atombomben eingesetzt werden.

Der Westen will verhindern, dass Iran hoch angereichertes Uran zur Herstellung von Atomwaffen produziert. Im Gegenzug haben die Europäer Teheran ein umfassendes Abkommen zur Zusammenarbeit angeboten. Die US-Regierung verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms den Bau von Atombomben vorzubereiten.

Zugleich weigerte sich Asefi, den Termin zur Fortsetzung der Gespräche über die Wiederaufnahme der Atomverhandlungen mit der EU zu bestätigen. Der von der EU genannte 18. Januar sei nut ein mögliches Datum unter vielen. Es sei jedoch sicher, dass die Verhandlungen im Januar fortgesetzt würden. Der Iran und das EU-Vermittlertrio hatten sich am vergangenen Mittwoch in Wien auf eine Fortsetzung der Wiederaufnahme-Gespräche im Januar geeinigt.



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