Matthew Miller Nordkorea verurteilt US-Tourist zu sechs Jahren Lagerhaft

Bei seiner Einreise soll er sein Visum zerrissen haben, weil er Asyl wollte. Jetzt wurde Matthew Todd Miller von einem Gericht in Nordkorea wegen "feindseliger Akte" verurteilt: Sechs Jahre muss der US-Tourist in ein Arbeitslager.
Matthew Miller: Verurteilt wegen "feindseliger Akte"

Matthew Miller: Verurteilt wegen "feindseliger Akte"

Foto: Wong Maye-E/ AP/dpa

Seoul - Nordkorea hat den US-Bürger Matthew Todd Miller zu sechs Jahren Lagerhaft verurteilt. Der 24-jährige US-Bürger habe "feindselige Akte" begangen, als er nordkoreanisches Territorium betreten habe, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag zur Begründung des Urteils.

Miller war im April festgenommen worden, als er bei der Einreise in das Land Asyl beantragte. Der Mann aus Bakersfield in Kalifornien soll dabei sein Visum zerrissen haben.

Im Juni hatte Nordkorea angekündigt, Miller und dessen Landsmann Jeffrey Fowle, 56, wegen angeblicher Gesetzesverstöße vor Gericht zu bringen. Das Vergehen des ebenfalls als Tourist eingereisten Fowle: Er hatte angeblich eine Bibel in seinem Hotel zurückgelassen.

Außer Miller und Fowle hält Nordkorea einen dritten US-Bürger fest. Im vergangenen Jahr hatte ein Gericht den 45-jährigen Missionar Kenneth Bae wegen angeblicher Umsturzversuche zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Die USA haben sich bisher vergeblich um die Freilassung der drei gefangenen Landsleute bemüht.

als/AP/Reuters/AFP
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