Urteil in Spanien Eta-Terrorist zu 105 Jahren Haft verurteilt

In Spanien ist der Ex-Militärchef der baskischen Untergrundorganisation Eta wegen der Tötung eines Politikers und dessen Leibwächters verurteilt worden - zu weiteren 105 Jahren Haft. Das gab das Oberste Strafgericht bekannt.
Ex-Eta-Militärchef Gaztelu alias Txapote: Mord an Sozialistenführer angeordnet

Ex-Eta-Militärchef Gaztelu alias Txapote: Mord an Sozialistenführer angeordnet

Foto: POOL/ REUTERS

Madrid - Es ist das erste Urteil gegen ein Eta-Mitglied, seit die baskische Untergrundorganisation vor gut zwei Wochen nach 42 Jahren ihre "definitive" Abkehr von der Gewalt verkündigte. Das Oberste Strafgericht verurteilte den ehemaligen Militärchef der Terrororganisation, Javier García Gaztelu, unter dem Namen "Txapote" bekannt, zu weiteren 105 Jahren Haft.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er den im Jahr 2000 verübten Mord an dem baskischen Sozialistenführer Fernando Buesa angeordnet habe. Bei dem Attentat mit einer Auto-Bombe am 22. Februar 2000 in der baskischen Hauptstadt Victoria war auch der Leibwächter des sozialistischen Politikers getötet worden.

Der heute 45 Jahre alte "Txapote" war im Februar 2001 im Rahmen einer Großaktion der Polizei in der südfranzösischen Ortschaft Anglet verhaftet worden. Wegen Mitwirkung an weiteren drei Morden in den 1990er-Jahren war er bereits zu Gefängnisstrafen von insgesamt 162 Jahren verurteilt worden. Trotz der normalerweise sehr hohen Haftstrafen für Eta-Terroristen werden die meisten von ihnen nach etwa 20 Jahren im Gefängnis wieder auf freien Fuß gesetzt.

Am 20. Oktober hatte die Untergrundorganisation das Ende ihres bewaffneten Kampfes angekündigt. Die von EU und USA als Terrororganisation eingestufte Gruppe hatte seit 1968 gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes in Nordspanien und Südfrankreich gekämpft. Sie wird für den Tod von mehr als 800 Menschen verantwortlich gemacht.

heb/dpa/AFP

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.