Urteil Zehn Monate Haft für Bushs Wahlkampf-Mitarbeiter

Ein führender Mitarbeiter im früheren Wahlkampfstab von US-Präsident Bush ist wegen Behinderung einer Senatorenwahl verurteilt worden. James Tobin muss für zehn Monate hinter Gitter.


Concord - James Tobin war 2002 an einer Telefon-Aktion beteiligt, mit der die Demokraten in New Hampshire behindert werden sollten. Die Demokraten hatten damals eine Kampagne gestartet, mit der sie ihre Wählerschaft zur Teilnahme an der Senatorenwahl mobilisieren wollten. 

Die Tat sei außergewöhnlich ernst und stelle eine Bedrohung der politischen Tradition freier und fairer Wahlen in den USA dar, sagte Bezirksrichter Steven McAuliffe gestern bei der Verkündung des Strafmaßes. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar zwei Jahre Haft für den Angeklagten gefordert.  

Das Gericht hatte Tobin bereits im Dezember schuldig gesprochen. Er ist der dritte, der in diesem Fall hinter Gitter muss.  Mit den anderen beiden, ebenfalls Mitglieder eines republikanischen Wahlkampfteams, soll er versucht haben, durch hunderte Anrufe die Hotline der Demokraten zu blockieren.

Vertreter der Republikaner New Hampshires sagten, sie hätten versucht, die Aktion sofort zu stoppen, nachdem sie ihnen bekannt geworden sei. Dennoch wandte die Republikanische Partei mehr als 2,5 Millionen Dollar für die Prozesskosten Tobins auf.

Die Demokraten vermuten, dass auch das US-Präsidialamt in den Skandal verwickelt sein könnte. Deshalb fordern sie eine Untersuchung von 22 Telefongesprächen, die Tobin im fraglichen Zeitraum mit dem US-Präsidialamt geführt habe. Die Republikaner erklärten, bei einem knappen Rennen wie in New Hampshire seien solche Gespräche Routine und hätten nichts mit der Telefonaktion im dem Bundesstaat zu tun gehabt.

ler/Reuters/AP



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