Nach Protest Uruguay hilft Ex-Guantanamo-Häftlingen beim Neustart

Die von Uruguay aufgenommenen Ex-Guantanamo-Häftlinge haben ihren Protest vor der US-Botschaft beendet. Sie forderten Geld und Hilfe für ihr neues Leben - mit Erfolg.

Protest vor der US-Botschaft in Montevideo: Mehr Unterstützung für Neustart
AP/dpa

Protest vor der US-Botschaft in Montevideo: Mehr Unterstützung für Neustart


Drei Wochen lang haben sie vor der US-Botschaft in Uruguay protestiert, nun haben die ehemaligen Häftlinge des umstrittenen US-Gefangenenlagers Guantanamo ihre Aktion beendet. Denn: Sie haben mit ihrem Gastland eine Vereinbarung über finanzielle und medizinische Hilfe getroffen. Im Gegenzug sollen sie Spanisch lernen und an Jobtrainings teilnehmen.

Ende vergangenen Monats haben sich drei von sechs Ex-Häftlingen in einem Zeltlager in Montevideo eingerichtet. Nun haben sich fünf der sechs bereit erklärt, ihren Protest zu beenden. Dafür erhalten sie 560 Dollar im Monat, medizinische Unterstützung und Miete.

"Sie müssen Spanisch lernen und sie müssen umschulen, weil sie sehr jung in Gefangenschaft gerieten, bevor sie eine Karriere starten oder einen Beruf erlernen konnten, sagt Christian Adel Mirza, der die Verhandlungen zwischen den Ex-Häftlingen und der Regierung führte. "Sie starten jetzt ein neues Kapitel."

Die Männer aus Syrien und Tunesien waren 13 Jahre lang ohne Anklage von den USA in dem Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba festgehalten worden. Im Dezember kamen sie frei und wurden nach Uruguay ausgeflogen. Der damalige Präsident José Mujica hatte sich aus humanitären Gründen zur Aufnahme von insgesamt sechs Gefangenen bereiterklärt.

"Wir verlangen nichts Unmögliches von jenen, die uns 13 Jahre eingesperrt haben. Sie sollten uns wenigstens für ein paar Jahre helfen", sagten vier der Ex-Häftlinge bei den Protesten - an die USA gerichtet. "Wir denken, das ist das Mindeste, das sie tun und wir von ihnen verlangen könnten." Nun erhalten sie die erbetene Hilfe von ihrem Gastland.

vek/Reuters/AP



insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
ympertrymon 20.05.2015
1.
Es wäre eigentlich an der Zeit, dass sich Vertreter der USA in Den Haag verantworten müssen. Aber die bekommen für Verbrechen gegen die Menschlichkeit dann halt den schwedischen Kabarettpreis ...
udolf 20.05.2015
2.
Also man ist von den USA inzwischen einiges gewohnt aber das sie jetzt von ihnen gefolteterte Menschen einfach so ohne Hilfestellung aussetzen, was ist das denn bitte?
wolfi55 20.05.2015
3. hoffentlich verlangt Uruguay das von den USA zurück
Und noch viel mehr dazu sollten die verlangen. Die Amis sollen blechen, für jeden Monat, den die in Guantanamo saßen sollen die AMis 10.000 Dolar zahlen und dann noch bis die einen Beruf haben weitere 2000 im Monat. Der US-Kongress soll in jedem Haushalt sehen, was es kostet so einen Dreck zu betreiben.
drittaccount 20.05.2015
4.
560 Dollar monatlich aus Uruguay!? Lächerlich! 5600 Dollar lebenslange Rente + Umschulung + nen Penthouse mit Blick auf den Central-Park ... bezahlt von den USA ... und wir könnten anfangen, darüber nachzudenken, ob damit ein kleines Stück Gerechtigkeit beginnt.
thomas.b 20.05.2015
5.
Das arme Uruguay kommt für Unrecht und Fehler der reichen USA auf und erhält dafür ein Almosen. Das ist ja wie im richtigen Leben...
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