Gegenkandidat gesteht Niederlage ein Konservativer Luis Lacalle Pou wird neuer Präsident Uruguays

Die Sozialisten verlieren ihre Macht in Uruguay: Der Präsidentschaftskandidat der regierenden Linkspartei räumte die Niederlage ein, neuer Präsident wird Luis Lacalle Pou von der rechtsgerichteten Nationalpartei.

Luis Lacalle Pou wird Präsident - wie schon sein Vater
Mariana Greif/Reuters

Luis Lacalle Pou wird Präsident - wie schon sein Vater


Die Opposition hat die Stichwahl um die Präsidentschaft in Uruguay gewonnen. Noch vor Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses räumte der Kandidat der regierenden Linkspartei, Daniel Martínez, seine Wahlniederlage gegen Luis Lacalle Pou von der rechtsgerichteten Nationalpartei ein. "Wir begrüßen den gewählten Präsidenten Luis Lacalle Pou", schrieb Martínez bei Twitter.

Unterstützer von Lacalle Pou feierten in der Hauptstadt Montevideo lautstark den Wahlsieg des Rechtspolitikers. Mit der Wahlniederlage von Martínez geht eine 15-jährige Regierungszeit des Linksbündnisses Frente Amplio (Breite Front) zu Ende.

Nach den ersten Hochrechnungen hatte sich Martínez am Sonntag zunächst geweigert, seine Niederlage anzuerkennen. Lacalle Pou kam demnach auf 48,71 Prozent der Stimmen, Martínez auf 47,51 Prozent. Die Wahlkommission hatte den Abstand zwischen den Kandidaten mit 30.000 Stimmen angegeben - und damit zu knapp, um ein definitives Ergebnis zu verkünden.

Amtsantritt im März

Am Donnerstag erklärte Martínez dann, der Trend vom Sonntag habe sich nicht geändert, und Lacalle Pou werde Präsident. "Wir werden auch künftig die Demokratie mit mehr Kraft denn je verteidigen", schrieb Martínez zu seiner Wahlniederlage. Die Nationalpartei verkündete bei Twitter: "Jetzt sind wir an der Reihe, lasst uns Uruguay feiern!"

Nach dem ersten Wahlgang hatte Daniel Martínez noch deutlich geführt, die absolute Mehrheit aber verpasst. Er war auf 38 Prozent der Stimmen gekommen, Lacalle Pou auf 28.

Das offizielle Wahlergebnis sollte nach Angaben der Wahlbehörde noch am Donnerstagabend (Ortszeit) verkündet werden. Gegenüber seinen Unterstützern gab sich Lacalle Pou zuversichtlich, dass sein Wahlsieg bestätigt wird.

Lacalle Pou ist der Sohn des ehemaligen Präsidenten Luis Alberto Lacalle. Der 46-Jährige dürfte das Ende von 15 Jahren linksgerichteter Regierungen in Uruguay einleiten, da er nach den Ende Oktober ebenfalls abgehaltenen Parlamentswahlen einen Pakt mit rechtsgerichteten und Mitte-Rechts-Parteien im Kongress schloss.

Das Mandat vom aktuellen Staatschef Tabaré Vázquez endet am 1. März. Der Präsident wird in Uruguay für fünf Jahre gewählt.

yer/AFP



insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
rimaldo 29.11.2019
1. Sorge um Korruption
Meine Sorge ist, dass die Korruption nun wieder ansteigt. Man kann denken was man will über das Bündnis Frente Amplio, aber die Korruption wurde in allen Bereichen geringer. Für mich hat Frente Amplio in Bezug auf die Innere Sicherheit aber katastrophal versagt.
World goes crazy 29.11.2019
2.
Zitat von rimaldoMeine Sorge ist, dass die Korruption nun wieder ansteigt. Man kann denken was man will über das Bündnis Frente Amplio, aber die Korruption wurde in allen Bereichen geringer. Für mich hat Frente Amplio in Bezug auf die Innere Sicherheit aber katastrophal versagt.
Mal schauen ob die Rechten gleich anfangen Staatseigentum zu privatisieren...und sich dabei ein Stück abschneiden. Hoffentlich halten sie sich mal an einen Kurs, der besser fürs eigene Volk ist, statt für sich selbst, wie es viele andere Rechte machen (bspw. der nördliche Nachbar...).
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