Stichwahl Sozialist Vázquez wird Präsident in Uruguay

Zum dritten Mal in Folge führt ein Sozialist die Geschicke Uruguays: Tabaré Vázquez hat die Stichwahl um das Amt des Staatspräsidenten gewonnen. In seinem neuen Job kennt sich der 74-Jährige bereits bestens aus.

Wahlsieger Vázquez: Aufruf zu "gemeinsamen" Anstrengungen
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Wahlsieger Vázquez: Aufruf zu "gemeinsamen" Anstrengungen


Montevideo - Der Sozialist Tabaré Vázquez hat die Stichwahl um die Präsidentschaft in Uruguay gewonnen. Der Kandidat der Linkskoalition Frente Amplio siegte am Sonntag mit 53,6 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen seinen Rivalen Luis Lacalle Pou von der konservativen Partido Nacional, auf den 41,1 Prozent der Stimmen entfielen. Das teilte die Wahlbehörde nach dem vorläufigen Endergebnis der Auszählung mit.

Vázquez, der schon von 2005 bis 2010 Staatschef war, erklärte am Sonntagabend, er wolle in wichtigen Fragen Übereinkünfte mit der Opposition anstreben. Vor seinen Anhängern in der Hauptstadt Montevideo rief er zur Einheit des Landes bei drängenden Themen wie Sicherheit, Bildung und Gesundheit auf. "Authentische und dauerhafte" Ergebnisse könnten nur durch "gemeinsame" Anstrengungen erreicht werden, sagte er. Seine Regierung werde niemanden ignorieren.

Der unterlegene Kandidat Lacalle Pou hatte bereits kurz nach Schließung der Wahllokale anhand erster Prognosen seine Niederlage eingestanden und Vázquez gratuliert. "Die Wahlergebnisse müssen befolgt, respektiert und verteidigt werden, wir glauben nicht, dass sich die Mehrheiten irren, sie regieren", erklärte der konservative Kandidat. ´

"Neue Herausforderungen" für Uruguay

Tausende Menschen strömten am Sonntagabend auf die Straßen Montevideos und schwenkten die Fahne der Linkskoalition und Flaggen ihres Landes. Das Land stehe nun vor "neuen Herausforderungen", rief Vázquez der Menge zu. Der 74-Jährige übernimmt den Posten im März von seinem Parteifreund José Mujica, der gemäß der Verfassung nicht erneut kandidieren durfte.

Vázquez ist der Sohn einer Arbeiterfamilie und ein Musterbeispiel des sozialen Aufstiegs in den Fünfziger- und Sechzigerjahren. Im Jahr 2005 schaffte er es als erster linker Politiker an die Spitze des Landes. Seine von Sozialisten, Kommunisten, ehemaligen Tupamaro-Rebellen und anderen linken Parteien gebildete Frente Amplio wird im neu gewählten Parlament über eine absolute Mehrheit in beiden Kammern verfügen.

Die Wahlen verliefen ohne Zwischenfälle, trotz starker Regenfälle, die zur Verlegung einiger Wahllokale zwangen. Die Wahlbeteiligung lag bei 88,6 Prozent.

mxw/dpa/AP/AFP



insgesamt 2 Beiträge
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m14861486 01.12.2014
1. Glückwunsch
Ich kann diesem Land nur das beste wünschen. Sie haben eine Regierung gewählt die es schafft wirtschaftlichen Aufschwung und soziale Gerechtigkeit zu vereinen. Schade dass es nicht mehr solcher linken Regierungen gibt. Alles Gute und viel Erfolg Herr Vasquéz!
meckeronkel 01.12.2014
2. Wohlgefallen
Es erfüllt mich mit Freude, dass die USA heutzutage soziale und "linke" Regierungen in Südamerika mehr oder weniger akzeptieren und nicht mehr mit Hilfe von CIA, Unterstützen rechter Rebellengruppen oder gar eigene Mordkommandos zu stürzen trachten. Insofern hat sich ja doch ein kleines Detail in der US Außenpolitik zumvGuten gewendet.
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