US-Abwehrpläne Gates wirbt für Raketenschild, Russland bleibt stur

Kühler Empfang für Robert Gates in Moskau: Der US-Verteidigungsminister will Russlands Führung persönlich vom Nutzen der geplanten Raketenabwehr in Osteuropa überzeugen. Doch der Auftakt der Werbetour ist wenig erfolgversprechend.


Moskau - Russland lehnt die von den USA geplante Raketenabwehr in Osteuropa weiterhin entschieden ab. Die Pläne für den Abwehrschild seien "ein ernsthaft destabilisierender Faktor", sagte der russische Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow heute nach Gesprächen mit seinem US-Kollegen Robert Gates in Moskau. Das geplante Verteidigungssystem der Vereinigten Staaten könne "einen beträchtlichen Einfluss" auf die Sicherheit in der Region und weltweit ausüben.

Gates ist nach Russland gereist, um den Kreml von den US-Plänen zu überzeugen. Gates wolle Russlands Präsident Waldimir Putin ein Angebot erläutern, wonach die Vorteile des Systems gemeinsam genutzt werden könnten, verlautete aus der Umgebung des Ministers. Ein hochrangiger Mitarbeiter Gates' machte jedoch auch deutlich, dass die USA unabhängig von der russischen Reaktion an den Stationierungsplänen festhalten wollen. Es liege an den Russen, ob sie mit den USA zusammenarbeiten wollten oder nicht.

Der Streit über das Raketenabwehrsystem hat die amerikanisch-russischen Beziehungen in einer Weise belastet, die teilweise an die Zeit des Kalten Kriegs erinnerte. Die USA wollen in Polen zehn Abfangraketen stationieren und in Tschechien ein Radarsystem einrichten, um Angriffe etwa aus Iran orten zu können. Russland lehnt das System als Bedrohung seiner Sicherheit bislang rigoros ab.

phw/AFP/dpa/Reuters



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