US-Abzug aus Irak Diplomatie soll Kampftruppen ersetzen

Trotz der jüngsten Zunahme der Gewalt im Irak hat US-Präsident Barack Obama die Abzugspläne bekräftigt. "Wie versprochen" werde die US-Kampfmission im Irak Ende August 2010 enden - ab dann sollen Diplomaten die Strategie der USA in dem Land umsetzen.

Barack Obama: Truppenabzug aus Irak "Wie versprochen"
REUTERS

Barack Obama: Truppenabzug aus Irak "Wie versprochen"


Atlanta Die USA wollen im Irak nach den Worten von Präsident Barack Obama ab September einen zivilen Einsatz unter Führung von Diplomaten verfolgen. Obama erklärte am Montag bei einer Tagung eines Veteranenverbandes in Atlanta, der Irak-Krieg nähere sich wie versprochen seinem Ende, und die Verpflichtungen der USA im Irak würden sich verändern.

Die amerikanischen Kampftruppen sollen bis Ende August aus dem Zweistromland abgezogen sein, 50.000 Soldaten sollen allerdings noch für Sicherheit bei zivilen Projekten sorgen, anti-terroristische Einsätze leiten und die einheimischen Sicherheitskräfte ausbilden.

"Dies sind gefährliche Aufgaben", sagte Obama. "Es wird weiter jene geben, die mit Bomben und Kugeln versuchen werden, den Fortschritt im Irak zu stoppen. Die harte Wahrheit ist, dass wir das Ende amerikanischer Opfer im Irak noch nicht gesehen haben."

Bis Ende 2011 will Obama dann alle Truppen aus dem Irak abgezogen haben und damit eines seiner wichtigsten Wahlversprechen während des Präsidentschaftswahlkampfs 2008 einlösen. "Kurz nachdem ich das Amt angetreten habe, habe ich unsere neue Strategie für Irak und für einen Übergang zu voller irakischer Verantwortung bekanntgegeben. Und ich habe klargemacht, dass Amerikas Kampfmission im Irak bis zum 31. August zu Ende gehen wird", fuhr der Präsident fort. "Und das ist genau das, was wir tun - wie versprochen, nach Plan."

Weniger Soldaten im Irak und in Afghanistan als vor Obamas Amtsantritt

Das Kontingent in Afghanistan hat der Präsident allerdings deutlich aufstocken lassen. Die Herausforderungen in Afghanistan seien groß, sagte Obama in seiner Rede. "Aber es ist wichtig, dass das amerikanische Volk weiß, dass wir Fortschritte machen und wir auf Ziele fokussiert sind, die klar und erreichbar sind."

Trotz der Truppenaufstockung in Afghanistan sind zurzeit insgesamt weniger US-Soldaten im Irak und in Afghanistan stationiert als vor Obamas Amtsantritt im vergangenen Jahr. Im September werden nach Angaben des Weißen Hauses insgesamt 146.000 Soldaten im Einsatz sein gegenüber 177.000 im Januar 2009. Unterdessen kamen im Irak bei zwei Bombenanschlägen und einer Schießerei acht Menschen ums Leben.

luk/dpa/apn/Reuters



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