US-Angriff in Syrien Hochrangiger Qaida-Führer könnte tot sein

Die USA wollen bei einem Luftangriff in Syrien eine Zusammenkunft hochrangiger Qaida-Vertreter bombardiert haben. Ob auch ein Top-Islamist getötet wurde, werde noch untersucht.


Die USA haben mit einem Luftangriff offenbar ein Treffen hochrangiger Qaida-Vertreter im Nordwesten Syriens getroffen, bei dem auch der Qaida-Kader Abu Firas al-Suri anwesend war. Das sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums Pentagon am Montag. Es sei unklar, ob Suri unter den Getöteten sei, so der Sprecher weiter. Der Angriff wurde am späten Sonntagabend durchgeführt.

Widersprüchliche Angaben gab es zunächst über die Urheber der Attacke. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London schrieb den Angriff zunächst der russischen oder der syrischen Luftwaffe zu. Das Portal der Site Intelligence Group, welche Dschihadisten-Webseiten auswertet, schrieb jedoch, die Art der Luftschläge trage die Handschrift eines US-Drohnenangriffs. Ob ein bemanntes oder ein unbemanntes Flugzeug zum Einsatz kam, sagte der Pentagon-Sprecher am Montag nicht.

Abu Firas al-Suri, Jahrgang 1949, hat eine lange Geschichte als islamistischer Terrorist: Laut einem Video, aus dem die Site Intelligence Group zitiert, soll er zu Zeiten des Afghanistankriegs der Sowjetunion der Vertreter von Osama bin Laden in Pakistan gewesen sein.

Davor diente Suri in der syrischen Armee, 1979 soll er wegen seiner Verbindungen zum radikalen Islam aus der Truppe ausgeschlossen worden sein. Weitere Stationen führten ihn über den Libanon und Afghanistan in den Jemen. 2013 soll al-Qaida ihn nach Syrien entsandt haben, um die Terrororganisation gegen die erstarkende Terrormiliz "Islamischer Staat" zu einen.

cht/Reuters/AP



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