US-Außenministerium Powell beschuldigt Iran, atomar aufzurüsten

Der Vorwurf wiegt schwer: Der scheidende US-Außenminister Colin Powell will über Informationen verfügen, dass Iran an Raketen für den Transport atomarer Sprengköpfe arbeiten lässt. Erst gestern hatten Exil-Iraner die Regierung in Teheran beschuldigt, atombombenfähiges Material aus Pakistan bezogen zu haben.


Powell: "Ich habe keinen Zweifel, dass sie Interesse an einer Atomwaffe haben"
AP

Powell: "Ich habe keinen Zweifel, dass sie Interesse an einer Atomwaffe haben"

Washington - "Ich habe Informationen gesehen, die nahelegen, dass Iran aktiv an Raketensystemen arbeitet", sagte Powell zu Journalisten, die ihn auf der Reise zum Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs des Wirtschaftsforums APEC in Santiago de Chile begleiten. "Ich habe keinen Zweifel, dass sie Interesse an einer Atomwaffe haben, die auch einsatzbereit ist, das heißt, die sie abschießen können, nicht nur an etwas, das herumliegt", fügte er hinzu.

Iran bestreitet, Atomwaffen bauen zu wollen. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hatte Anfang der Woche festgestellt, es gebe bisher keine Hinweise, dass Iran heimlich an der Entwicklung einer Atombombe arbeite.

Nach Angaben der Oppositionsgruppe Volksmudschahidin soll Teheran eine geheime militärische Atomanlage in einer ehemaligen Kaserne in Lavisan bei Teheran betreiben.

Farid Suleiman vom so genannten Nationalen Widerstandsrat der Exil-Iraner (NCRI) hatte gestern in Wien erklärt, der inzwischen von seinem Amt suspendierte Chef des pakistanischen Atomprogramms, Abdul Qadeer Khan, habe Iran - ebenso wie Libyen - in den neunziger Jahren über ein Schwarzmarktnetz Atomtechnologien geliefert.



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