Bericht des Außenministeriums USA prangern Iran als Terror-Unterstützer an

Al-Qaida ist geschwächt, Iran verstärkt seine Unterstützung des Terrorismus noch weiter - das sind die Hauptpunkte im Jahresbericht des US-Außenministeriums zum weltweiten Terror. Mit besonderer Sorge blickt Washington auf Nordafrika.
Anschlag auf Israelis in Burgas: Die USA machen Iran verantwortlich

Anschlag auf Israelis in Burgas: Die USA machen Iran verantwortlich

Foto: Nikolay Donchev/ dpa

Washington/Hamburg - Das US-Außenministerium erhebt schwere Vorwürfe gegen Teheran. Iran sei der weltweit größte Terror-Unterstützer, heißt es in dem am Donnerstagabend vorgelegten Jahresbericht zum Terror in der Welt.

"Irans staatliche Förderung von Terrorismus und der terroristischen Aktivitäten der Hisbollah hat eine Geschwindigkeit erreicht, die es seit den neunziger Jahren nicht mehr gegeben hat, mit Anschlagskomplotten in Südostasien, Europa und Afrika", heißt es in dem Bericht.

Washington verweist darin unter anderem auf den Anschlag gegen israelische Touristen in Bulgarien im Juli 2012, für den die Behörden in Sofia Iran verantwortlich machen. Im März dieses Jahres wurde ein Hisbollah-Mitglied in Zypern schuldig gesprochen, das israelische Touristen auf der Ferieninsel ausspioniert haben soll. Die iranischen Revolutionswächter seien zudem verdächtig, im vergangenen Jahr Terroranschläge in Georgien, Indien, Thailand und Kenia geplant zu haben.

Die Terror-Vorwürfe gegen Teheran häufen sich: Erst am Donnerstag verurteilte ein Gericht in Washington einen US-Iraner zu 25 Jahren Haft, der im Auftrag des iranischen Regimes die Ermordung des saudi-arabischen Botschafters in den Vereinigten Staaten geplant haben soll. Am Mittwoch präsentierte ein argentinischer Staatsanwalt eine 502 Seiten dicke Anklageschrift, in der er hochrangigen iranischen Regierungsvertretern den Aufbau eines Terrornetzwerks in Südamerika vorwirft, das seit Anfang der neunziger Jahre für zahlreiche Anschläge verantwortlich gewesen sein soll.

USA sehen Fortschritte in Jemen und Somalia

Dagegen sehen die USA ihren Staatsfeind al-Qaida geschwächt. Dutzende hochrangige Kommandeure des Terrornetzwerks im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet seien ausgeschaltet worden. Auch im Jemen und in Somalia seien die Qaida-Ableger in die Defensive geraten. Die Geldströme innerhalb des Netzwerks seien vielfach unterbrochen worden, weshalb Qaida-Anhänger zunehmend darauf angewiesen seien, Geiseln zu nehmen um Lösegelder zu erpressen.

Mit Sorge blickt das State Department auf die Entwicklung in Nordafrika. "Das Sicherheitsvakuum nach Gaddafis Sturz in Libyen hat den Terroristen neue Möglichkeiten eröffnet", analysiert das Außenministerium. Viele Waffen seien nach Mali und in die Hände von Tuareg-Rebellen gelangt.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung reichten bis nach Nigeria. Dort habe die Terrorgruppe Boko Haram an Bedeutung gewonnen.

Dennoch ereignete sich mehr als die Hälfte aller Terroranschläge im Jahr 2012 in drei Staaten: Pakistan, Irak und Afghanistan.

syd/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.