US-Beauty-Contest Palins Stylistin verdient mehr als McCains Berater

So setzt man Prioritäten: Der bestbezahlte Mensch in John McCains Wahlkampfteam ist nicht etwa sein politischer Berater. Nach Angaben der "New York Times" verdient keiner so gut wie Sarah Palins Visagistin.


Washington - Die Stylistin von Sarah Palin hat vom republikanischen Wahlkampfteam fast doppelt so viel Geld erhalten wie der außenpolitische Berater von Präsidentschaftskandidat John McCain. Amy Strozzi, eine Starvisagistin, die sonst Prominente für Fernsehshows schminkt und derzeit Palin auf Reisen begleitet, erhielt für die ersten beiden Oktoberwochen 22.800 Dollar (18.100 Euro). Das geht aus Unterlagen des Wahlkampfteams hervor.

Auch Angela Lew wurde gut bezahlt. Die Frau, die sich derzeit um Palins Frisur kümmert, bekam in den ersten beiden Oktoberwochen 10.000 Dollar, berichtet die "New York Times". Das war immerhin fast so viel wie McCains außenpolitischer Berater: Randy Scheunemann erhielt den Angaben zufolge 12.500 Dollar. Nicolle Wallace, McCains Sprecherin, bekam 12.000 Dollar für ihre Dienste.

In den vergangenen Tagen hatten Berichte für Aufsehen gesorgt, Palin habe 150.000 Dollar für Kleidung, Frisuren und Accessoires ausgegeben, vorzugsweise in Nobelläden wie Saks Fifth Avenue in New York. Palin sagte dazu im TV-Sender Fox News, die Kleidung gehöre ihr nicht, sie habe sie nur für drei Tage von der Partei zur Verfügung gestellt bekommen. In Alaska kauften sie und ihre Familie sehr sparsam ein, ihr Lieblingsgeschäft sei ein Secondhand-Laden in Anchorage.

150.000 Dollar für schöne Kleider, Make-up und Frisur - angesichts dieser Summe fragen sich viele Republikaner: Sieht so eine bodenständige "Hockey Mom" aus? Palins Image als bodenständige "Hockey Mom", als eine Kandidatin, die aus der Reihe der Hausfrauen und Mütter komme, werde so untergraben.

Das Wahlkampfteam von McCains Konkurrent Barack Obama hat erklärt, es seien Friseur- und Make-up-Kosten im Zusammenhang mit Interviews oder Veranstaltungen übernommen worden, aber keine Kosten für Kleidung.

AP

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