US-Delegation für Winterspiele Obama schickt lesbische Tennislegende nach Sotschi

Russland steht wegen schwulenfeindlicher Gesetze massiv in der Kritik. Deshalb haben hochrangige Politiker bereits für Olympia in Sotschi abgesagt. Auch die USA werden keine Kabinettsmitglieder schicken. Dafür reist die homosexuelle Tennislegende Billie Jean King an.
Billie Jean King: Die US-Tennislegende gehört Obamas Delegation in Sotschi an

Billie Jean King: Die US-Tennislegende gehört Obamas Delegation in Sotschi an

Foto: AP/dpa

Hamburg - Bundespräsident Joachim Gauck fährt nicht zu Olympia nach Sotschi, der französische Staatschef François Hollande bleibt den Spielen ebenfalls fern. Und jetzt haben die USA erklärt, dass sie keine Kabinettsmitglieder nach Russland schicken werden.

Stattdessen sendet US-Präsident Barack Obama eine Delegation zur Eröffnung der Winterspiele. Mitglieder sind prominente Sportler, unter ihnen homosexuelle Athleten wie die frühere Top-Tennisspielerin Billie Jean King oder die Medaillengewinnerin im Eishockey, Caitlin Cahow.

Geleitet werde die Gruppe von der früheren Heimatschutzministerin und heutigen Chefin der Universität von Kalifornien, Janet Napolitano, erklärte das Weiße Haus am Dienstag. Bei der Abschlussfeier übernimmt der stellvertretende US-Außenminister William Burns diese Funktion.

Die US-Delegation ist damit im Vergleich zu früheren Jahren nicht besonders ranghoch besetzt. Für die Sommerspiele 2012 in London hatte das Weiße Haus noch First Lady Michelle Obama als Delegationsleiterin ernannt. Bei den Winterspielen im kanadischen Vancouver 2010 etwa wurden die Vereinigten Staaten von Vizepräsident Joe Biden vertreten.

Die Regierung in Moskau steht derzeit insbesondere wegen schwulenfeindlicher Gesetze in der Kritik. Homosexuellengruppen fordern daher einen Boykott der Spiele in Sotschi.

Der SPIEGEL hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass Bundespräsident Gauck nicht nach Sotschi fahren wolle. Eine offizielle Begründung gab es nicht. Das Präsidialamt hatte aber Meldungen, die Absage habe mit der Menschenrechtssituation in Russland zu tun, nicht dementiert.

Auch EU-Kommissarin Viviane Reding erklärte ihren Verzicht auf eine Reise zu den Olympischen Winterspielen.

heb/dpa