US-Depesche zu Hochzeit im Kaukasus High-Society-Gelage mit Geldregen

Hochzeitsgast Kadyrow (2007): Vergoldete Pistole im Hosenbund
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Hochzeitsgast Kadyrow (2007): Vergoldete Pistole im Hosenbund

2. Teil: Hochzeit, Tag eins


Eine Stunde vor Beginn des Hochzeitsempfangs war der Saal voll mit Gästen. Die Männer ergingen sich draußen an der Luft, die Frauen besetzten eine Anzahl von Tischen drinnen. Ältere Damen mit Kopftuch beaufsichtigten Dutzende weiblicher Teenager. Polizei patrouillierte auf dem Gelände, Scharfschützen hatten sich auf dem Dach platziert.

Um Punkt zwei Uhr begannen die Männer, den Saal zu betreten, Politiker und Oligarchen, von elegant bis vorsintflutlich. Dazu Wacha, der betrunkene Ringer, die Parlamentarier, ein Mitglied des Föderationsrats, der Nanophysiker ist. Das Dagestaner Milieu scheint eines zu sein, in dem sich Gebildete und Revolverträger leicht mischen können, häufig in ein und derselben Person.

Dalgat und Aida stiegen aus dem Rolls-Royce und wurden singend in die Halle geleitet, durch einen Chor von Jungen, der auf beiden Seiten des roten Teppichs aufgestellt war. Die Knaben trugen imitierte mittelalterliche Rüstungen, dazu kleine Schilde und Schwerter.

Von Zeit zu Zeit überschüttete jemand die Tänzer mit Geld. Es waren einige 1000-Rubel-Noten darunter, aber die bevorzugte Währung waren 100-Dollar-Scheine. Der Boden war bedeckt damit.

Gadschij ging von Tisch zu Tisch und stieß mit jedermann an. Die 120 Drinks, die er schätzungsweise runterkippte, hätten jeden umgebracht, aber Gadschij hatte seinen afghanischen Kellner bei sich, der ihm aus einer Wodkaflasche einschenkte, die Wasser enthielt. Am Ende des Abends war er immer noch in Form. Da trafen wir ihn, als er mit zwei spärlich bekleideten Russinnen tanzte. Eine, stellte sich heraus, war eine Moskauer Dichterin. Später trug sie ein unverständliches Gedicht zu Ehren Gadschijs vor.

Gegen sechs Uhr abends waren die meisten Gäste zu Gadschijs Haus am Meer zurückgekehrt, um zu schwimmen und betrunken Wasserski zu fahren. Um acht Uhr war der Saal im Haus wieder voll, unaufhörlich wurden Speisen und Getränke aufgetragen, und einige enorm dicke Gäste tanzten die Lesginka (den kaukasischen Volkstanz, Anm. d. Red).

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Waiguoren 28.11.2010
1.
"Merkel ist methodisch, rational und pragmatisch." Angie kommt doch gar nicht so schlecht weg.
Liberalitärer, 28.11.2010
2. Einstein
Zitat von sysopWie Amerika die Welt sieht - 251.287 geheime Dokumente aus dem Washingtoner Außenministerium enthüllen die Sicht der US-Diplomatie auf Freund und Feind.
Nein, das sind Einschätzungen und Kritik im Falle D schadet nicht. Niemand hier wird wohl G.W. Bush (den ich für ehrenwert halte) mit Einstein verwechseln.
werner thurner, 28.11.2010
3.
Zitat von sysopWie Amerika die Welt sieht - 251.287 geheime Dokumente aus dem Washingtoner Außenministerium enthüllen die Sicht der US-Diplomatie auf Freund und Feind.
Dann erfahren wir endlich mal die Wahrheit über die offizielle Denke in den USA. Die Wahrheit , oder annähernd die Wahrheit kann niemals irgendwas beschädigen. Das Verhätnis der USA zu den Verbündeten ist ja bereits durch die Bush Kriegspolitik und das Mitläufertum beschädigt, genauso wie die hierzu mißbrauchte NATO (Bündnsifall bis heute).
Smartpatrol 28.11.2010
4. Nicht schlecht
"Amerikas Botschafter können gnadenlos in der Beurteilung der Länder sein, in denen sie akkreditiert sind." Was man ihnen kaum vorhalten kann. Die Bewertung Westerwelles ist beispielsweise nichts als eine realistische, nüchterne Einschätzung. Keine der genannten Veröffentlichungen macht mir die USA unsympathischer, ganz im Gegenteil.
ramuz 28.11.2010
5. Nein.
Geht man von dem momentanen Level an Vertrauen, Ansehen, Kooperationswillen aus, das/den Akteure anderer Staaten den US entgegenbringen, kann es nicht beschädigt werden aus Sicht der anderen. Wenn die Akteure der US halbwegs intelligent sind, so wissen sie das auch. Theaterdonner halt...
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