Trump-Dekret Doppelstaatler sollen doch in die USA einreisen dürfen

Das Einreiseverbot in die USA gilt offenbar nicht für Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft. Offiziellen Angaben zufolge würden Reisende nach dem Pass bewertet, den sie vorzeigten.

Syrischer und deutscher Reisepass
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Syrischer und deutscher Reisepass


Der von Donald Trump verfügte US-Einreisestopp für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern sorgt weltweit für heftige Kritik. Für sogenannte Doppelstaatler gibt es nun offenbar Entwarnung: Sie dürfen offiziellen Angaben zufolge weiterhin in die USA einreisen.

"Reisende werden auf der Grundlage des Passes bewertet, den sie vorzeigen", sagte US-Heimatschutzminister John Kelly. Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Jürgen Hardt, bestätigte dies nach Gesprächen mit Vertretern des US-Außenministeriums auch für deutsche Besitzer von zwei Pässen.

"Deutsche, die auch einen Pass der sieben vom Einreisebann betroffenen muslimischen Länder haben, können ab sofort wieder ein Einreisevisum zu den bisherigen Bedingungen beantragen", sagte Hardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einem Vorabbericht zufolge. Auch das Schweizer Außenministerium bestätigte die Regelung.

Vom Auswärtigen Amt in Berlin war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Auf der Webseite der US-Botschaft in Deutschland hieß es am Dienstagabend aber unverändert: "Wenn Sie ein Staatsbürger eines dieser Länder sind oder die doppelte Staatsbürgerschaft in einem dieser Länder haben, vereinbaren Sie bitte keinen Termin für ein Visainterview und zahlen Sie zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Visagebühr."

asc/dpa/Reuters

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