US-Forscher Nordkorea fährt offenbar Atomreaktor wieder hoch
Nuklearzentrum Yongbyon (Archivbild von 2008): Stillgelegter Reaktor wieder in Betrieb?
Foto: REUTERS/KyodoPjöngjang - Experten des US-Korea-Instituts an der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität haben neue Satellitenbilder aus Nordkorea ausgewertet. Laut ihrer Analyse gibt es demnach Anzeichen, dass die kommunistische Führung den abgeschalteten Atomreaktor im Nuklearzentrum Yongbyon wieder hochfährt.
Auf der Website "38 North" der Forscher steht, die Bilder vom 31. August zeigten, dass weißer Dampf von einem Gebäude in der Nähe der Reaktorhalle aufsteige, in dem die Dampfturbinen und die elektrischen Generatoren stehen. "Nordkorea scheint jetzt den Reaktor in Betrieb genommen zu haben."
In Yongbyon könnten jährlich sechs Kilogramm Plutonium hergestellt werden, wodurch das Land seine Atomwaffenbestände langsam erweitern könne.
Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA reagierte auf den Bericht mit der Aussage, sie habe "noch kein klares Bild von der Situation". Es seien keine Inspektoren vor Ort, daher sei es schwierig, an sichere Informationen zu gelangen.
Yongbyon war seit Jahren nicht mehr am Netz. 2008 hatte die Regierung in Pjöngjang den Kühltank zerstört. Im April 2013 drohte die Führung jedoch an, Yongbyon wieder in Betrieb zu nehmen, um seine Atomstreitmacht "qualitativ und quantitativ zu stärken".
Die Drohung kam zu einer Zeit heftiger internationaler Spannungen. Nordkorea hatte einen dritten Atomtest im Februar gestartet, selbst der traditionelle Verbündete China rückte von Nordkorea ab. Die Lage hat sich seitdem langsam wieder beruhigt.