NSA-Affäre US-Geheimdienstchef beklagt Schaden durch Snowden-Enthüllungen

US-Geheimdienstdirektor Clapper greift Edward Snowden an. Durch dessen Enthüllungen über die Arbeit der Staatsspäher sei die Nation weniger geschützt vor Terroranschlägen. Snowden solle den Rest der brisanten Dokumente an die USA zurückgeben.
US-Geheimdienstchef Clapper: Snowden soll Dokumente zurückgeben

US-Geheimdienstchef Clapper: Snowden soll Dokumente zurückgeben

Foto: AP/dpa

Washington - Die Veröffentlichung geheimer Dokumente habe die Terrorgefahr in den USA erhöht, sagen US-Geheimdienstchefs - und machen den NSA-Enthüller Edward Snowden dafür verantwortlich. Weil der 30-jährige Computerspezialist vertrauliche Dokumente an die Medien gegeben habe, sei "die Nation weniger geschützt und ihr Volk weniger sicher", sagte der Geheimdienstdirektor James Clapper. Bei einer Anhörung im Senat in Washington am Mittwoch betonte Clapper, es sei ein "tiefgreifender Schaden" entstanden.

Die Arbeit seiner Behörde sei nun "viel, viel härter", denn: Terroristen hätten die Enthüllungen aufmerksam studiert und ihr Kommunikationsverhalten daraufhin verändert, erklärte Clapper. Auch der Chef des Auslandsgeheimdienstes CIA, John Brennan, sagte in der Anhörung, es sei nun schwieriger, Terrorverdächtige zu finden und gegen die Bedrohungen vorzugehen.

Um weiteren Schaden zu verhindern, forderte Clapper Snowden nun auf, den Rest der brisanten Dokumente an die USA zurückzugeben. Nach Snowdens Angaben wurde bislang nur ein Bruchteil der entwendeten Dokumente geprüft und veröffentlicht.

Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter Snowden hatte mit den Enthüllungen Tausender interner Dokumente öffentlich gemacht, wie die NSA weltweit Telefonate abhört, E-Mails mitliest und Regierungschefs ausspäht.

Diese Veröffentlichungen verursachten seit dem vergangenen Sommer unterschiedlichste Reaktionen. Ebenfalls am Mittwoch schlugen zwei norwegische Abgeordnete der Sozialistischen Linkspartei Edward Snowden offiziell für den Friedensnobelpreis vor. "Die öffentliche Debatte und die politischen Veränderungen, die auf seine Enthüllungen folgten, haben zu einer stabileren und friedlicheren Weltordnung beigetragen", hieß es in ihrer Begründung.

vek/dpa/AP
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